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Barf = Zinkmangel???

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  • juppi01
    antwortet
    Hallo Sandra,
    Zitat von Sakomo Beitrag anzeigen
    Okay. Bei Welpen legen Meyer/Zentek wohl nur eine Bioverfügbarkeit von 20 % zugrunde und kommen so auf einen Zinkbedarf von 2,44 – 5,4 mg Zn/kg KW, (allgemein bis zum Vierfachen des Erhaltungsbedarfs im Wachstum).
    Ich glaube nicht, dass das was damit zu tun hat, dass die Bioverfügbarkeit bei Welpen noch geringer ist, sondern eher damit, dass ihr Bedarf „an allem“, somit auch Zink, einfach höher ist.
    Und M/Z verstehe ich auch so. Hast du den 2010er?
    Deine Zahlen: 2,4mg und 5,4mg, empfehlen sie da der Mutterhündin während Schwangerschaft (Gravidität) und Mutterschaft/Milchgabe (Laktation).
    Für Hunde im Wachstum geben sie 1,1 - 4,4mg/kg an.
    Bei der näheren Erklärung zum Zink steht:
    "Bei einer angenommenen Verwertung des Zinks von etwa 25% (…) nimmt der Bedarf während des Wachstums bis zum 4-fachen des Erhaltungsbedarfs zu."

    Zitat von Sakomo
    ABER: die Bioverfügbarkeit aus Rindfleisch liegt gemäß Humanuntersuchungen auch nur bei 20 % (Mischkost).
    Eine Studie, die besagt, dass nur 20% Zink aus dem Verzehr puren Rindfleisches verdaut werden, kenne ich leider nicht, dazu kann ich nichts sagen. Das es bei der Gesamtheit der Nahrung (Mischkost) so ist, ja, kann sein.

    Zitat von Sakomo
    Eine andere Humanstudie zur Bioverfügbarkeit kam auf knapp über 50 %:
    einer Gruppe gab man Rindfleisch
    einer Gruppe gab man Frühstücksgetreideflocken aus Vollkorn

    Sowohl Rindfleisch als auch Getreideflocken lieferten je 4 mg Zink.

    Beim Rindfleisch wurden 2,27 mg von den 4 mg Zink resorbiert,
    bei den Getreideflocken 0,72 mg von den 4 mg Zink.
    http://www.meat-n-more.info/pdf/cma_...uegbarkeit.pdf
    Das ist dazu deine Quelle, oder? Hatte ich mir auch schon mal angeguckt.

    Zitat von Sakomo
    Da wir aber nie Fleisch pur füttern, sondern auch immer Dinge, die die Bioverfügbarkeit von Zink reduzieren (Calzium z.B.), sollte man mit den 50 % nicht rechnen. Tja, was ist da wohl realistisch?
    Interessant, aus dem Link oben, ist doch diese Passage:
    die entweder eine omnivore
    oder eine ovolactovegetabile Kost erhielten, kommt zu ähnlichen Ergebnissen.
    Beide Versuchsgruppen nahmen täglich 11 mg Zink mit der Nahrung zu sich,
    davon resorbierten die omnivor ernährten Frauen 3,7 mg pro Tag, die ovolactovegetabil
    ernährten 2,4 mg (23).
    Wenn man unter omnivore Kost Mischkost versteht, also eine Ernährung aus Fleisch, Vollkorngetreide, Gemüse usw. dann passen die 34% absorbierten Zinks ja schon zu den Werten, die WHO und FAO für Mischkost vorgeben.
    Die ovolactovegetabile Kost stufe ich als vegetarisch ein, d.h. ein guter Anteil (oder überwiegend) Getreide, Vollkorngetreide, Bohnen etc. und evtl. noch ein guter Anteil Milchprodukte. Die 22% Bioverfügbarkeit wären dann sogar recht hoch, kommt aber bestimmt auch darauf an, wie viel Eiweiß aus tierischen Produkten da nun verzehrt wurde.
    Ich weiß nicht wie die Diäten nun wirklich aussahen, aber Mischkost und Vegetarismus haben, wie schon erwähnt, für mich nichts mit Barf zu tun.
    Keine dieser Gruppen wird sich zu 70-90% rein von tierischen Nahrungsbestandteilen ernährt haben, und somit halte ich es weiterhin nicht für unrealistisch, beim gebarften Hund, eher von 40-50% Bioverfügbarkeit auszugehen.

    Es gibt hier auch sehr viele Leute, die nur Tierisches verfüttern, d.h. kein Getreide und Gemüse. Je nach Lust, Laune und Beschaffungsquellen mache ich das auch … d.h. da hat man dann fast gar keine störenden Nährstoffe mehr.
    Und ich glaube auch nicht, dass man das zugeführte Calcium näher beäugen muss.
    Wegen individueller Aufnahmeprobleme oder wegen eventuellen Interaktionen mit anderen Nährstoffen, wird dem Bedarfswert ja auch gerne noch ein Sicherheitszuschlag mitgegeben. Und solange kein Element, gezielt als Einzelstoff, in extrem überhöhten Mengen gefüttert wird, sondern immer im Komplex mit anderen Stoffen, die die Aufnahme hemmen, oder auf der anderen Seite auch begünstigen können, gleicht sich das alles wieder irgendwie aus.
    Der Körper hat ja auch Regelmechanismen ...
    Wie sollte es sonst auch gehen? Jeder Nährstoff wird irgendwie von einem anderen beeinflusst. Fütterst du reichlich Protein, steigerst du damit die Calciumausscheidung, bei zuviel Salz ebenso. Gibst du zuviel Zink, dann kann es zu einem Kupfermangel kommen usw.
    Wäre es anders, dürfte man ja jeden Nahrungsstoff nur noch einzeln zu sich nehmen, d.h. Zink auf leeren Magen ohne alles weitere. Bei Zinkergänzungen wird das ja auch so empfohlen … aber bei einer normalen Ernährung, wie sollte das gehen?
    Daher wird z.B. von WHO/FAO gar nicht weiter auf die Hemmung von z.B. Eisen eingegangen, in einer halbwegs normalen Ernährung ohne dauerhaft erhöhte Eisensupplementation, hat es keinen Einfluss in der Realität/Praxis. Die Phytinsäure aber schon. Steht ja auch in dem Link oben, dass sie der größte und wichtigste Aufnahmekiller für Zink ist.
    Calcium (in organischer Form) sollte in akzeptablen Mengen und ohne erhöhte Phytinsäuremengen also kein wirkliches Problem darstellen. Und bei der Entwicklung des Bedarfswerts wurde die eventuelle Störung bestimmt schon mit eingeplant.

    Zitat von Sakomo
    Wenn in der Nährwerttabelle nun 2 mg Zink auf 100 g Rinderherz angegeben werden, liegt es erwiesenermaßen in der Natur der Sache, daß diese 2 mg nicht zu 100 % resorbiert werden, selbst dann nicht, wenn man es pur füttern würde (s.o.). Wenn ich das vorne (im Bedarf) schon berücksichtige, stimmt es doch wieder hinten, oder?
    Wie meinst du das? Habe ich jetzt nicht ganz verstanden ...
    Die Bedarfswerte werden doch so ermittelt, dass du als Verbraucher, oder auch Ernährungsberater, einfach mit dem vorgeschriebenen Wert rechnen musst.
    D.h. wenn du den Bedarf erfüllen möchtest, musst du einfach nur gucken, dass du bei dem 38kg Hund auf 38mg Zink in der Ernährung kommst. Das davon nicht alles aufgenommen werden kann und es individuelle Unterschiede bei der Aufnahme gibt, wurde schon bei der Gestaltung des Bedarfswertes berücksichtigt, deshalb ist er ja auch unter der Annahme entstanden, dass nur 25% absorbiert werden.
    Du musst also eigentlich von deinem Zinkgehalt in der "normalen" Nahrung nichts weiter prozentual berechnen, das machen die Tierernährungsberater oder die Unis auch nicht. Der Wert steht, und diesen probieren sie zu erreichen.

    Es geht also nur um die Frage, ob der Bedarf für gebarfte Hunde (wegen höherer Bioverfügbarkeit) geringer ist, und davon gehe ich nach wie vor aus.
    Wobei es natürlich auch immer auf den individuellen Hund, Alter, Fütterung, Krankheiten usw. ankommt … aber da kann es ja bei jedem Nährstoff zu Unterschieden kommen, nicht nur beim Zink.

    LG Juppi

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  • Shiraa
    antwortet
    Ich habe mich schon oft gefragt, ob meinem Hund irgendetwas in der Ernährung fehlen könnte. Vor allem, als er Welpe und Junghund war, denn er war und ist z. B. deutlich kleiner als seine Geschwister. Ich werde oft gefragt, ob er reinrassig ist

    Andererseits habe ich mich gefragt, warum sein Körper z. B. offenbar immer genug Reserven hat(te), um ein recht unnützes Organ wie die Haut so stark mit Nährstoffen zu versorgen, dass das Fell richtig schön glänzt. Und warum mein Hund richtig gut definierte Muskeln hat. Beides ist nicht überlebensnotwendig für den Organismus. Wenn man sich mangelernährte Lebewesen ansieht, so haben die meist überhaupt keine bzw. sehr schwach ausgeprägte Muskulatur und die Haut/das Fell sehen auch nicht wirklich gut aus.

    Zink spielt ja z. B. bei der Bildung von Haut und Haaren eine große Rolle. Wenn gebarfte Hunde im Gegensatz zu TroFu-Hunden häufiger unter Zinkmangel leiden würden, dann hätten sie überdurchschnittlich oft unschönes Fell. Meines Erachtens ist es aber so, dass gebarfte Hunde meist wesentlich schöneres Fell haben als Hunde, die TroFu bekommen.

    Ich denke, wenn der Körper genug Zink erhält, um so ein "unnützes" Organ wie die Haut optimal damit zu versorgen, dann sollte es auch für die wichtigeren Prozesse im Körper ausreichen. Oder?

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  • Sakomo
    antwortet
    Okay. Bei Welpen legen Meyer/Zentek wohl nur eine Bioverfügbarkeit von 20 % zugrunde und kommen so auf einen Zinkbedarf von 2,44 – 5,4 mg Zn/kg KW, (allgemein bis zum Vierfachen des Erhaltungsbedarfs im Wachstum).

    ABER: die Bioverfügbarkeit aus Rindfleisch liegt gemäß Humanuntersuchungen auch nur bei 20 % (Mischkost).

    Eine andere Humanstudie zur Bioverfügbarkeit kam auf knapp über 50 %:
    einer Gruppe gab man Rindfleisch
    einer Gruppe gab man Frühstücksgetreideflocken aus Vollkorn

    Sowohl Rindfleisch als auch Getreideflocken lieferten je 4 mg Zink.

    Beim Rindfleisch wurden 2,27 mg von den 4 mg Zink resorbiert,
    bei den Getreideflocken 0,72 mg von den 4 mg Zink.

    Da wir aber nie Fleisch pur füttern, sondern auch immer Dinge, die die Bioverfügbarkeit von Zink reduzieren (Calzium z.B.), sollte man mit den 50 % nicht rechnen. Tja, was ist da wohl realistisch?

    Wenn in der Nährwerttabelle nun 2 mg Zink auf 100 g Rinderherz angegeben werden, liegt es erwiesenermaßen in der Natur der Sache, daß diese 2 mg nicht zu 100 % resorbiert werden, selbst dann nicht, wenn man es pur füttern würde (s.o.). Wenn ich das vorne (im Bedarf) schon berücksichtige, stimmt es doch wieder hinten, oder?

    Vielleicht ist der Bedarf für Barfer (aufgrund der geschätzten Bioverfügbarkeit, die der Bedarfszahl zugrunde liegt) etwas hoch gegriffen, aber nicht so hoch, daß man die Zinkversorgung als gesichert ansehen sollte - zumindest per se nicht.

    Ich bin schon fast geneigt, mich da in der Mitte zu treffen und werde die Zinkgeschichte nochmals überprüfen bei meinen Hunden. Etwas mehr als 25 % Bioverfügbarkeit kann man sicher zugrunde legen, aber auch nur etwas mehr.

    Danke für die Anregungen.

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  • juppi01
    antwortet
    Hi,

    das steht im "Nutrient Requirements of dogs und cats" von 2006, Seite 175.

    „1.0mg Zn-kg BW-d based on an estimated bioavailability of 25%.”

    Im M/Z wird es auch erwähnt.


    Zitat von Sakomo
    Meyer/Zentek geben an, daß der Zn-Bedarf eines erwachsenen Hundes mit 1 mg/kg KG sicher gedeckt sei, daß er sich aber durch z.B. Beeinträchtigung der Zn-Absorption durch z.B. Phytinsäure ERHÖHEN kann.
    Findest du dass das in Widerspruch steht, mit dem was ich geschrieben habe?

    Wenn man, wie M/Z erwähnen, reichlich Weizenkleie und Sojaschrot füttert, kann die Bioverfügbarkeit der Ernährung ja wohlmöglich auch auf 10% sinken? Diesen Wert gab es in den Humanstudien auch.
    Und du siehst ja welchen Sprung der Bedarf der 55kg Frau macht, wenn die Bioverfügbarkeit von 30% Richtung 15% sinkt.
    Ich nehme an es wird beim Hund nicht anders sein.

    Andersrum gehen die 1mg/kg von einer Bioverfügbarkeit aus, die wahrscheinlich eher mit Mischkost erreicht wird. Barf (mit überwiegend tierischen Bestandteilen) ist aber keine Mischkost. Die Bioverfügbarkeit sollte daher höher sein und der Bedarf geringer.

    Das sind aber nur Vermutungen. Wer sich an die 1mg/kg halten möchte und supplementiert, wird keinen Schaden anrichten und evtl. braucht es der betroffene Hund sogar. Das ist gut möglich. Zum Beispiel bei speziellen Diäten wg. Krankheit, oder einfach weil der Besitzer nicht auf Getreide verzichten möchte.

    Mir geht es eher darum, in Frage zu stellen, dass alle frisch ernährten Hunde, die diese Zahl nicht erreichen, an einem Mangel leiden ...

    LG Juppi

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  • Sakomo
    antwortet
    Zitat von juppi01 Beitrag anzeigen

    ...

    Die Bedarfswerte für Hunde wurden ermittelt mit einer geschätzten Bioverfügbarkeit von 25%.


    ...
    Hallo Juppi!

    Woher stammt diese Information?

    Meyer/Zentek geben an, daß der Zn-Bedarf eines erwachsenen Hundes mit 1 mg/kg KG sicher gedeckt sei, daß er sich aber durch z.B. Beeinträchtigung der Zn-Absorption durch z.B. Phytinsäure ERHÖHEN kann.

    Nichtsdestotrotz finde ich Deine Ausführungen aber sehr interessant.

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  • Shiraa
    antwortet
    Wenn das NRC auch von 1 mg ausgeht, dann stimmt der NRC-Rechner unter www.barfers.de nicht. Ich hatte den Zink-Wert einfach von dort übernommen.

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  • juppi01
    antwortet
    Hallo Sandra,

    Zitat von Sakomo
    also entsprechend Meyer/Zentek mit 1 mg/kg KG beim adulten Hund im Erhaltungsbedarf.
    da hast du Recht. Der Wert von Nadine stimmt nicht.
    Die NRC gibt einen genauen Bedarf von 2 mg Zink x Stoffwechselgewicht an. Macht für den 38 kg Hund also 30,6 mg Zink/pro Tag. Wenn nicht mit dem Stoffwechselgewicht gerechnet wird, 1 mg/kg.

    Ich habe den Thread ja damals (fast 5 Jahre her) ins Leben gerufen und mich zwischenzeitlich auch weiter mit dem Thema befasst.
    Mein persönliches Ergebnis: bei einem gesunden und abwechslungsreich ernährten Hund, dessen Nahrung aus überwiegend tierischen Produkten besteht, ist eine Zinkergänzung unnötig.
    Warum? Die errechneten Bedarfswerte sind zu hoch.

    Man weiß inzwischen, dass das Zink aus Fleisch (gebunden an Aminosäuren und ohne "störende" Stoffe) vom Körper besser aufgenommen werden kann, als das Zink aus pflanzlichen Quellen (z.B. Getreide).
    Die WHO/FAO (World Health Foundation / Food and Agriculture Organization of the United Nations) berücksichtigen diesen Punkt und geben daher für unterschiedliche Ernährungsformen auch unterschiedliche Zinkbedarfswerte an.
    D.h. während aus einer Diät mit geschälten Getreideprodukten (mit wenigen Ballaststoffen) und geringen Pythingehalt, dafür aber einen guten Anteil Fleisch u. Fisch, das Zink gut absorbiert werden kann, sinkt die Absorbierung z.B. bei einer Mischkost, d.h. mit einem guten Anteil Vollkorngetreide.
    Ganz schlecht sieht es dann z.B. bei Diäten aus, die zu einem großen Teil aus geschälten Getreideprodukten mit sehr wenig tierischem Eiweiß bestehen, oder Diäten mit Vollkornprodukten und Soja als vorrangigen Eiweißlieferanten.

    Interessant ist nun, dass die Bioverfügbarkeit sich bei allen drei Diätformen erheblich unterscheidet, und zwischen 50%, 30% und 15% schwankt.
    Somit unterscheiden sich auch die Bedarfswerte je nach Diätform.
    Eine erwachsene Frau, mit 55 kg, bräuchte bei Phytinsäure armer und fleischreicher Kost, nur 3 mg Zink pro Tag, bei der Mischkost 63% mehr = 4,9mg, und bei der überwiegenden Getreidekost 9,8mg (ein Zuschlag von 227%).

    Die Bedarfswerte für Hunde wurden ermittelt mit einer geschätzten Bioverfügbarkeit von 25%.

    Hinzu kommt nun noch das jeder Mensch (Hund) unterschiedlich absorbiert. Alter, Geschlecht, generelle Versorgung, Zinkzufuhr (mit höherer zugeführter Menge sinkt die gleichzeitige Aufnahme) usw. haben ja auch ihren Einfluss. -Um dem halbwegs gerecht zu werden, wird den Bedarfswerten nochmals ein guter Sicherheitszuschlag mitgegeben.
    Gut zu wissen ist aber, dass der Phytinsäuregehalt der Lebensmittel durch bestimmte Herstellungsprozesse vermindert werden kann und bei Vegetariern, nach Jahren mit dieser Ernährungsform, das Zink aus pflanzlichen Produkten sogar besser aufgenommen werden kann, als von Nicht-Vegetariern, d.h. es soll eine Art "Anpassung" stattfinden. Ob´s stimmt und in wie weit das beim Hund hilft ... keine Ahnung.

    Die Wirkung von Calcium auf die Zinkaufnahme ist nicht so eindeutig, wie die von Phytat.
    Je nach Studie kam es auf die Form des zugeführten Calciums (organisch oder nicht) und die Höhe an, um überhaupt nennenswerte Auswirkungen zu erzielen. Allerdings sollen wohl sehr hohe Mengen an Calcium, bei gleichzeitig phytatreicher Nahrung, die Aufnahme schon beeinflussen.
    Und auch der Beeinflussung durch Kupfer und Eisen wird bei „normaler“ Ernährung, d.h. ohne gezielte gesteigerte Aufnahmen von einem isolierten Stoff, keine große Bedeutung geschenkt.

    Wenn man annimmt, dass eine fleischbasierte Kost (mit wenig Phytingehalt) den Bedarf (oder Bedarfswert) in gleichem Umfang herabsetzt, wie es im Humanbereich der Fall ist, dann können die Sollwerte für Hunde evtl. schon erreicht werden. Ich gehe zumindest davon aus, und kann auch an meinem eigenen Hund nichts Gegenteiliges feststellen.

    Da Zink relativ ungiftig/unschädlich ist, kann man im Fellwechsel oder bei generellem Verlangen ja trotzdem ein wenig supplementieren. Es sollte nicht schaden.
    Bei Diäten (z.B. CNI), die eine Mischkost und damit auch einen guten Anteil Getreide im Futter brauchen (und in dem Fall CNI ja auch Calcium), kann eine Supplementation evtl. sogar sinnvoll sein.

    LG Juppi

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  • Sakomo
    antwortet
    Nadine, ist das so, daß NRC einen deutlich niedrigeren Zinkwert angibt?

    Das habe ich jetzt auf die Schnelle gefunden:

    http://dels.nas.edu/resources/static...tion_final.pdf

    Dort sind die Bedarfswerte nach NRC für einen knapp 15 kg Hund aufgelistet (33 pounds) und Zink ist mit 15 mg angegeben (also entsprechend Meyer/Zentek mit 1 mg/kg KG beim adulten Hund im Erhaltungsbedarf).

    Naja, Calzium findest Du ja immer noch überdosiert in Trockenfutter. So richtig angepasst ist da doch eigentlich nichts. Wenn ich mir vorstelle, ein 30 kg Hund benötigt zwischen 1500 und 2400 mg Calzium und bekommt ein Futter mit einem Calzium-Gehalt von 1,2 % Calzium (was recht niedrig ist, wenn man die Trofu-Sorten vergleicht) und benötigt ,sagen wir mal 370 g Futter laut Hersteller (Futtermenge einem Beispielfutter mit Calzium 1,25 % entnommen) gibst Du dem Hund immer noch 4440 mg. Wenn das nicht mehr als benötigt ist, dann weiß ich nicht. Aber irgendwie habe ich noch in Erinnerung ... beim erwachsenen Hund nicht mehr als doppelter Erhaltungsbedarf, sonst würde es ungesund.

    Kann sein, daß man am Ca:P-Verhältnis festhält. Die Phosphor-Werte sind im Trofu meist ja auch immens ... das wirft man ja eigentlich nur den Selbermachern vor - das mit den hohen Phosphor-Werten. Dabei stehen und fallen diese mit den Knochengaben. Getreide ist oftmals viel phosphorhaltiger als Fleisch. Und ohne Knochengaben oder Knochenmehl wird die Phosphorversorgung sogar recht eng (auch bei mäßigem Anteil von Getreide).

    Die Zinkzahlen nehme ich einfach so an ... ich bin meist trotz Supplementierung noch unter dem empfohlenen Bedarf, hoffe aber, daß es gut verwertet wird, da kein Getreide dabei stört und auch keine Calziumüberdosierung. Was ich aber unter diesem Gesichtspunkt bedenklich finde, ist, daß Knochen ja nun auch Zink enthalten. Ob es in dieser Konstellation (Calzium und Zink) dann überhaupt gut verwertet werden kann?

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  • Sakomo
    antwortet
    edit - doppelt gepostet
    Zuletzt geändert von Sakomo; 07.01.2012, 23:08. Grund: doppelt gepostet

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  • Shiraa
    antwortet
    Interessant ist auch, dass das NRC einen deutlich niedrigeren Zink-Bedarf angibt, als M/Z. Laut NRC hat mein 38 kg Hund einen Bedarf von 15,2 mg am Tag, laut M/Z wären es 38 mg. Mit einer normalen BARF-Fütterung (20/80) deckt man den Bedarf des NRC nicht und den von M/Z natürlich erst recht nicht.

    Die Frage ist aber wirklich, ob der wissenschaftlich ermittelte Bedarf nicht zu hoch ist. Phytinsäure stört ja die Aufnahme, ebenso wie große Mengen an an Calcium oder Kupfer. Diese Dinge wirken also bedarfssteigernd. Wenn man nun davon ausgeht, dass der Zink-Bedarf an Laborhunden ermittelt wurde, die Trockenfutter bekamen, dann kann das Ergebnis schon sehr verzerrt sein, weil Trockenfutter nun einmal immer unnatürlich viel Phytinsäure und auch unnatürlich viel Calcium enthält.

    Erinnert Euch an die Zeiten als Calcium um das Dreifache überdosiert in Trockenfuttern enthalten war und die Ergebnisse des NRC, die eigentlich schon 2003 veröffentlicht werden sollten, erst 2006 veröffentlicht wurden, um den Herstellern Zeit zu geben, die Mengen anzupassen und den Konsumenten die Möglichkeit einzuräumen, sämtliche alten Futtersäcke zu entsorgen...

    Wer weiß, wann der Zink-Bedarf ermittelt wurde. Vielleicht wurden da Hunde noch einer extremen Calcium-Mast durch TroFu unterzogen... kein Wunder, dass die Zn-Bedarfswerte da so hoch sind.

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  • Sakomo
    antwortet
    Huhu,

    ich scheine mich hier in dem Thread "festzufressen" ... aber das Thema ist schon sehr interessant und auch brisant, finde ich.

    Ich weiß nicht, was das für ein Wert ist, den Du angegeben hast, aber ich antworte jetzt trotzdem mal, was ich dazu denke. Ich weiß ja auch nicht, wieviel Fleisch z.B. Du fütterst und was sonst noch.

    Deshalb nur allgemein dazu:
    Eiweiß bzw. die Proteinmenge muß man ja immer im Zusammenhang mit der Gesamtenergiemenge, die der Hund zur Verfügung hat, sehen. Wenn ich nun bedarfsgerecht Protein als Baustoff füttere (gemäß Angaben der Wissenschaft), muß ich insgesamt genügend Energie zur Verfügung stellen durch Fett und Kohlenhydrate, damit dieses Eiweiß als Baustoff genutzt werden kann. Stimmen die Brennstoffe (Fett und/oder Kohlenhydrate) nicht mengenmäßig, muß das Eiweiß als Brennstoff herhalten und wird oxidiert und fehlt letztendlich dem Körper.

    Das wiederum im Umkehrschluß bedeutet, daß man mehr Eiweiß zur Verfügung stellen muß eben für diese Oxidation, wobei ich persönlich finde, daß man auf die Qualität des Eiweißes unbedingt achten sollte, damit der Körper nicht mit Ammoniak und dergleichen (durch bakterielle Verdauung im Dickdarm) übermäßig - mehr als nötig - belastet wird (also z.B. möglichst wenig bindegewebsreiche Schlachtabfälle oder auch schlecht verwertbares pflanzliches Eiweiß zum Zwecke der Energiegewinnung durch Proteine füttern). Am besten wäre meiner Meinung nach, man füttert Proteine, die bereits bis zum Ende des Dünndarms enzymatisch aufgeschlossen und dort auch absorbiert werden können, die also eine belastende mikrobielle Verdauung im Dickdarm gar nicht brauchen. Daß trotzdem aber bei der Abspaltung der Aminogruppen in gewissem Maße (aber eben nicht noch zusätzlich wegen minderer Proteinqualität) Ammoniak entsteht, dieses in der Leber entgiftet und über die Nieren ausgeschieden wird, ist normal! Nach Meyer/Zentek sind langfristig überhöhte Eiweißgehalte als Ursache für Niereninsuffizienz NICHT nachgewiesen worden, im Gegenteil: Studien sprächen sogar GEGEN eine durch Nahrung hervorgerufene Ursache!!! Und wenn Eiweiß als Baustoff und aber aufgrund fehlender anderer Komponenten (genügend Fett und/oder Kohlenhydrate) als Brennstoff benötigt wird, ist das meiner Meinung nach nicht erhöht, sondern notwendig, oder?

    Also: entweder man füttert wirklich mehr tierische Proteine (was natürlich auch zumindest bei rotem Fleisch ein Zugewinn für die Zinkversorgung ist) oder man füttert bedarfsgerecht Protein und liefert genug anderen Brennstoff in Form von Fett (oder auch fettigerem Fleisch) und Kohlenhydraten, wobei letztere für den Hund bekanntlich nicht essentiell sind. Wo sieht man persönlich für seinen Hund den größeren Nutzen? Was geht überhaupt? Verträgt und darf er überhaupt Getreide fressen etc.?

    Zinkgaben sollten übrigens nicht mit Pflanzlichem (insbesondere Getreide) gegeben werden, wenn sie möglichst wirkungsvoll aufgenommen werden sollen.

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  • E m a
    antwortet
    Zitat von Sakomo Beitrag anzeigen
    Es gibt nichts Schlimmeres für das Immunsystem des Hundes als einen Eiweißmangel.

    Die Behebung eines evtl. Zinkmangels kann niemals einen Eiweißmangel ausgleichen. Bei länger bestehendem Eiweißmangel wird z.B. das Fell stumpf und brüchig. Mit Zink und Fettsäuren kommst Du dann auch nicht daran.

    Eiweiß ist wesentlich. Eiweißmangel sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen. Das sollte erstmal passen bevor man an Zink überhaupt denkt.

    Zinkgehalte in der Nahrung ermittelt man nur durch Rechnen, anders geht es nicht. Dazu mußt Du in die Nährwerttabellen schauen und den Angaben der Wissenschaft glauben - auch den Bedarf betreffend - und mit etwaigen Abweichungen im Gehalt der Nahrungsmittel von den Tabellen leben. Tust Du das nicht, hast Du auch keinen Richtwert, weil Blutuntersuchungen da nicht unbedingt erfolgreich Aufschluß drüber geben (dazu müßte man den Zinkgehalt im Serum länger verfolgen - soweit ich weiß.)

    Oftmals ist es aber auch so, daß der Körper eine Unterversorgung in einer Sache kompensiert, das was da ist, ergiebiger nutzt. Mag sein, daß es für Zink auch zutrifft.

    Ich persönlich ergänze Zink dauerhaft. Ich nehme es selbst auch ein. Bei uns passt es so. Wenn man sich innerhalb der Bedarfsgrenzen bewegt, sollte es kein Problem sein mit einer Zinkzugabe. Zuviel ist immer schädlich - egal, was betreffend. Eine Zinkvergiftung erreiche ich mit meinen Zulagen von 5 - 10 mg bei meinen 23 kg Hunden insgesamt sicher nicht.
    Es ist kein Eiweißmangel, d. h. er hat einen Wert von 5,7 (Referenzbereich: 5,5 - 7,3). Reicht es da aus, einfach die Fleischmenge zu erhöhen? Ich bin da eher skeptisch.

    Wg. dem Zink fange ich dann schonmal an zu rechnen und schaue mal in den Meyer-Zentek rein. Ggf. werde ich dann Zink zufüttern.

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  • Sakomo
    antwortet
    Es gibt nichts Schlimmeres für das Immunsystem des Hundes als einen Eiweißmangel.

    Die Behebung eines evtl. Zinkmangels kann niemals einen Eiweißmangel ausgleichen. Bei länger bestehendem Eiweißmangel wird z.B. das Fell stumpf und brüchig. Mit Zink und Fettsäuren kommst Du dann auch nicht daran.

    Eiweiß ist wesentlich. Eiweißmangel sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen. Das sollte erstmal passen bevor man an Zink überhaupt denkt.

    Zinkgehalte in der Nahrung ermittelt man nur durch Rechnen, anders geht es nicht. Dazu mußt Du in die Nährwerttabellen schauen und den Angaben der Wissenschaft glauben - auch den Bedarf betreffend - und mit etwaigen Abweichungen im Gehalt der Nahrungsmittel von den Tabellen leben. Tust Du das nicht, hast Du auch keinen Richtwert, weil Blutuntersuchungen da nicht unbedingt erfolgreich Aufschluß drüber geben (dazu müßte man den Zinkgehalt im Serum länger verfolgen - soweit ich weiß.)

    Oftmals ist es aber auch so, daß der Körper eine Unterversorgung in einer Sache kompensiert, das was da ist, ergiebiger nutzt. Mag sein, daß es für Zink auch zutrifft.

    Ich persönlich ergänze Zink dauerhaft. Ich nehme es selbst auch ein. Bei uns passt es so. Wenn man sich innerhalb der Bedarfsgrenzen bewegt, sollte es kein Problem sein mit einer Zinkzugabe. Zuviel ist immer schädlich - egal, was betreffend. Eine Zinkvergiftung erreiche ich mit meinen Zulagen von 5 - 10 mg bei meinen 23 kg Hunden insgesamt sicher nicht.

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  • E m a
    antwortet
    Ich befasse mich momentan auch mit einer evt. Nahrungsergänzung durch Zink. Leo hat momentan ein geschwächtes Immunsystem und der Eiweißwert ist auch etwas erniedrigt; außerdem hat er Probleme mit den Analdrüsen. Da könnte evt. ein Zinkmangel in Frage kommen. Die TÄ meinte, ich solle die Fleischmenge erhöhen. Allerdings ist Leo wg. eines Tumors vor ein 2 Monaten kastriert worden, so daß ich die Futtermenge eher etwas drosseln müsste.

    Wie ermittele ich die genaue Menge, die ich zufüttern muß, und was passiert bei einer evt. Überdosierung? Ich müßte ja um die genaue Menge zu ermitteln, erstmal ausrechnen was er über die normale Ernährung aufnimmt.

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  • Sakomo
    antwortet
    @ Husky03

    Ich denke mal, Du beziehst die angegebene Menge auf die Zinkverbindung und nicht auf die Menge Zink, die Du ergänzen möchtest/mußt.

    Zink Verla 10 mg z.B. enthält 70 mg Zink-D-Gluconat, was aber tatsächlich nur 10 mg Zink entspricht (pro Filmtablette).

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