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Daumenkralle, immer wieder Verletzungen

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von candyman Beitrag anzeigen
    Hallo,

    Es gibt keine Hunde mit ähnlichem Körperbau, ähnlicher Schnelligkeit wie Whippets (von manchen großen Windis abgesehen)! Sowas kann daher nur jemand schreiben, der noch nie einen Whippet hat flitzen sehen.
    DA wär ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher......

    Zitat von candyman Beitrag anzeigen
    Zusätzlich sind Whippen unglaublich wendig und da liegt das Problem. Es ist ja schön, dass andere Rassen ihre Daumenkrallen zum festhalten z. B. beim VPG benutzen, aber das ist ziemlich statisch und damit harmlos. Whippen benutzen sie, um schnelle Haken auszuführen, also mal eben bei Tempo 60 eine 90-180 Grad Kehre. Das kann KEIN anderer Hund, auch nicht die schnelleren großen Windis. Und wenn genau in dem Moment die Daumenkralle blöd hängen bleibt ist sie weg.
    Genau dafür brauchen aber die Whippets auch ihre Daumenkrallen. Und ich glaube, Windhundzüchter anderer Windhundrassen würden Dir wohl widersprechen, wenn Du schreibst, das gilt alles nur für den Whippet......


    Zitat von candyman Beitrag anzeigen
    Das erhöhte Verletzungsrisiko ist also auf jeden Fall da und die Verletzungen können beliebig schwer werden (Abriss des gesamten Zehs bis zum Karpalgelenk).
    Dieses Verletzungsrisiko gibt es auch bei anderen Rassen. Insbesondere aktiv geführte Jagdhundrassen dürften im Vergleich zu "normalen" Hunden ein signifikant erhöhtes Verletzungsrisiko haben, da sie teilweise im unwegsamen Unterholz unterwegs sind und hier auch nicht gerade langsam bzw. auch hier eine sehr große Wendigkeit etc. gefordert ist.

    Zitat von candyman Beitrag anzeigen
    ABER: Ich bin trotzdem zwiegespalten. Meine Hunde haben alle ihren Daumenkrallen. Zwei haben sie auch schon mal abgerissen, einer dreimal. Aber es waren nur Abrisse der Kralle, die immer problemlos nachgewachsen sind und auch keiner besonderen Behandlung bedurften (keine Schonung, Verband o.ä.) und seit ich voll barfe ist gar nichts mehr passiert. Obwohl ich vielleicht 30-40 Whippen mit Daumenkrallen kenne, die alle frei laufen, ist mir nur eine schwerere Verletzung bekannt, wo dann der Daumen entfernt werden musste (der zweite blieb dran). Meine und viele mir bekannte Jungs (und Mädels) werden auch nicht getaped. Die Verletzungen entstanden immer im Freilauf.
    Tja, das Leben ist eines der gefährlichsten.....auch andere Hunde verletzen sich im Freilauf. Von Verletzungen der Daumenkralle hört man bei fast allen aktiven Hunderassen immer wieder. Am gefährlichsten sind da Rennspiele über normales Gelände. Aber da passieren auch viele andere Unfälle, wie beispielsweise Kreuzbandrisse, Brüche etc. (besonders beliebt der Tritt ins Kaninchenloch beim Rennen). Je kürzer die Kralle am Daumen gehalten wird, desto geringer ist da übrigens das Verletzungsrisiko.

    Trotzdem ist das kein Grund, die DAumenkrallen bzw. das komplette DAumengelenk, inklusive Knochen, ohne Betäubung beim wenige Tage alten Welpen zu entfernen, rein vorsorglich, weil es KÖNNTE ja ein erhöhtes Verletzungsrisiko bestehen.

    Die Abbildung in dem Link, den ich gesetzt habe, zeigt deutlich, dass das DAumengelenk beim Hund sehr wohl eine Funktion hat für die gesamte Funktion des Vorderlaufs.

    Mal ein Vergleich: Der kleine Zeh beim Menschen ist wohl so ziemlich der verletzungsträchtigste Körperteil, ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich mich da schon richtig schmerzhaft gestoßen habe. Dennoch würde man im Traum nicht auf die Idee kommen, den wegzunehmen, denn obwohl er so klein ist und auf den ersten Blick zu nichts nutze, hat er dennoch eine wichtige Funktion für die Stabilität des Fußes.

    Bei meinem verstorbenen Dux wurde eine Daumenkralle bzw. das Daumengelenk komplett amputiert, er hatte SLO und die Entzündungen heilten nicht gescheit ab, der Zeh wurde eingeschickt. Es gab bereits entzündliche Veränderungen am Knochen, dennoch war es keine große OP und heilte schnell ab.

    Es würde genauso gut reichen, einem Hund, wenn er denn wirklich Probleme mit den Daumenkrallen hat, diese später und unter Narkose zu entfernen. DAnn liegt ja wirklich ein medizinischer Grund vor und mit der Narkose wird dann auch tierschutzgerecht amputiert. Ich glaube auch nicht, dass es unbedingt notwendig ist, den kompletten "Daumen" inklusive Knochen zu entfernen.

    Und mir kann keiner erzählen, Welpen von wenigen Tagen würden den Schmerz NICHT spüren. Wenn das so wäre, dann hätte man das Ruten kupieren ja auch nicht verbieten müssen.

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  • candyman
    antwortet
    Hallo,

    Zitat von gabydux Beitrag anzeigen
    Warum sollen denn ausgerechnet Windhunde ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben, wenn andere Hunde, selbst welche mit ähnlicher Fellbeschaffenheit, ähnlichem Körperbau, ähnlicher Schnelligkeit etc. da offensichtlich kein PRoblem mit haben?
    Es gibt keine Hunde mit ähnlichem Körperbau, ähnlicher Schnelligkeit wie Whippets (von manchen großen Windis abgesehen)! Sowas kann daher nur jemand schreiben, der noch nie einen Whippet hat flitzen sehen.

    Ein Whippet ist etwa 1,5 mal so schnell wie jeder andere Hund. Wo ein Weimi oder Dalmi mit 40km/h daher kommt kann es beim Whippet auch mal 60km/h sein, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Belastung steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit, ist also beim Whippet mehr als doppelt so hoch wie bei der genannten 'Konkurrenz'. Als Ausgleich ist der Körperbau erheblich filigraner (ich tippe mal auf halbe Beinstärke). Die Hälfte der Fläche muss also die doppelte Belastung aushalten.

    Zusätzlich sind Whippen unglaublich wendig und da liegt das Problem. Es ist ja schön, dass andere Rassen ihre Daumenkrallen zum festhalten z. B. beim VPG benutzen, aber das ist ziemlich statisch und damit harmlos. Whippen benutzen sie, um schnelle Haken auszuführen, also mal eben bei Tempo 60 eine 90-180 Grad Kehre. Das kann KEIN anderer Hund, auch nicht die schnelleren großen Windis. Und wenn genau in dem Moment die Daumenkralle blöd hängen bleibt ist sie weg.

    Das erhöhte Verletzungsrisiko ist also auf jeden Fall da und die Verletzungen können beliebig schwer werden (Abriss des gesamten Zehs bis zum Karpalgelenk).

    ABER: Ich bin trotzdem zwiegespalten. Meine Hunde haben alle ihren Daumenkrallen. Zwei haben sie auch schon mal abgerissen, einer dreimal. Aber es waren nur Abrisse der Kralle, die immer problemlos nachgewachsen sind und auch keiner besonderen Behandlung bedurften (keine Schonung, Verband o.ä.) und seit ich voll barfe ist gar nichts mehr passiert. Obwohl ich vielleicht 30-40 Whippen mit Daumenkrallen kenne, die alle frei laufen, ist mir nur eine schwerere Verletzung bekannt, wo dann der Daumen entfernt werden musste (der zweite blieb dran). Meine und viele mir bekannte Jungs (und Mädels) werden auch nicht getaped. Die Verletzungen entstanden immer im Freilauf.

    Viele Grüße

    Brigitta

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Fairytale Beitrag anzeigen
    Aber die vielen TÄ, die die Kastrationen durchführen und die vielen Halter, die das aus Bequemlichkeit machen lassen, erhalten also unter dem Mantel des angeblichen Tierschutzgedanken einen Freifahrtschein, ohne rechtliche Konsequenzen.
    Letztendlich liegt es in der Verantwortung des Halters, was er seinem Tier zumuten will.

    Nein, tut es nicht. Nicht, wenn gesunde Körperteile amputiert werden oder beispielsweise in der Ausbildung Schmerzen billigend oder sogar vorsätzlich in Kauf genommen werden.

    Es hat schon seinen Grund, warum es das Tierschutzgesetz gibt - und warum das Amputieren von Körperteilen verboten wurde.

    Eben weil es Menschen gibt, die sich einen Dreck darum scheren, was zumutbar ist und was nicht, sondern einfach nach eigenem Gutdünken an Tieren rumschnippeln und dann auch noch behaupten, das würde ja gar nicht wehtun.......

    Abgesehen davon gibt es immer mehr Tierärzte, die VOR einer Kastration erstmal vernünftig aufklären.

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Fairytale Beitrag anzeigen
    Bezügl. der Amputation der Ohren und Ruten handelt es sich meines Wissens eher um eine Geschmackssache beziehungsweise um ein Schönheitsideal, den die damaligen Züchter und Liebhaber bei bestimmten Rassen bevorzugten. Ein Tier zu vertümmeln, nur weil es für den Menschen schöner oder bequemer ist, finde ich schlimm. Die Entfernung der Daumenkralle hat andere Gründe. Wie ich bereits vorher schon geschrieben habe, kann ich bei meinen Hunden nicht feststellen, dass sie an den Vorderpfoten Schmerzen haben. Wenn sich andere Hunde nicht gerne an den Pfoten anfassen lassen, hat das meines Erachtens den Grund, dass sie das Anfassen grundsätzlich als unangenehm empfinden. Hunde, die es nicht gewöhnt sind, dass man die Pfoten anfasst, drückt oder hochhebt, lassen einen nicht so ohne weiteres an ihre Pfoten. Dass Pfoten und Beine möglichst unverletzt bleiben, ist für einen Jäger, was unsere Hunde ja sind, überlebenswichtig. Das kann man beim Spielen beobachten, Pfoten und Beine werden möglichst geschützt.

    DAs stimmt so nicht. Für das Kupieren der Ruten wurde die immense Verletzungsgefahr angeführt, bei Jagdhunden beispielsweise im Unterholz, bei Doggen vor allem, wenn sie beim Wedeln gegen irgendwelche harten Gegenstände schlagen.

    Bei den Ohren ist es genauso. Für das Kupieren der Ohren wurde als Begründung die Vermeidung häufiger Ohrenentzündungen durch mangelnde Belüftung genannt.

    Für Jagdhunde kann man selbst heute noch im Einzelfall Ausnahmegenehmigungen vom Kupierverbot der Rute erhalten, wenn sie jagdlich geführt werden und ein erhöhtes Verletzungsrisiko glaubhaft dargelegt werden kann.

    Was die Daumenkrallen betrifft, JEDE Hunderasse hat diese - im Gegensatz zu Wolfskrallen.

    Warum sollen denn ausgerechnet Windhunde ein erhöhtes Verletzungsrisiko haben, wenn andere Hunde, selbst welche mit ähnlicher Fellbeschaffenheit, ähnlichem Körperbau, ähnlicher Schnelligkeit etc. da offensichtlich kein PRoblem mit haben?

    Bitte erläutere mir doch einmal schlüssig, warum ein Whippet beim Toben in einem ganz normalen Gelände ein größeres Risiko hat, sich an der Daumenkralle zu verletzen als beispielsweise ein Weimaraner oder Dalmatiner - die ja nun auch sehr schnell sein können, FEllbeschaffenheit sowie "Stämmigkeit" der Beine dürfte mit denen eines Whippets in etwa vergleichbar sein. Und gerade Weimaraner, die jagdlich geführt werden, dürften in wesentlich unebeneren Gelände unterwegs sein als auf einer Rennbahn......


    Ich mache VPG-Sport mit meinem Hund. Da werden von ALLEN Hunden die Daumenkrallen sehr massiv eingesetzt, manche Hunde krallen sich regelrecht in die Helferhose oder den Jutesack (oder die Beißwurst) fest - mit ALLEN Krallen der Vorderbeine. Man kann also guten Gewissens behaupten, dass beim VPG-Sport die Daumenkrallen wesentlich stärker belastet werden als beim Spazieren gehen.

    Trotzdem ist mir kein Fall bekannt, dass sich ein Hund dabei verletzt hat. Das gilt auch für Boxer, Rottweiler, Staffs etc.

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  • Fairytale
    antwortet
    Aber die vielen TÄ, die die Kastrationen durchführen und die vielen Halter, die das aus Bequemlichkeit machen lassen, erhalten also unter dem Mantel des angeblichen Tierschutzgedanken einen Freifahrtschein, ohne rechtliche Konsequenzen.
    Letztendlich liegt es in der Verantwortung des Halters, was er seinem Tier zumuten will.

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  • Fairytale
    antwortet
    Bezügl. der Amputation der Ohren und Ruten handelt es sich meines Wissens eher um eine Geschmackssache beziehungsweise um ein Schönheitsideal, den die damaligen Züchter und Liebhaber bei bestimmten Rassen bevorzugten. Ein Tier zu vertümmeln, nur weil es für den Menschen schöner oder bequemer ist, finde ich schlimm. Die Entfernung der Daumenkralle hat andere Gründe. Wie ich bereits vorher schon geschrieben habe, kann ich bei meinen Hunden nicht feststellen, dass sie an den Vorderpfoten Schmerzen haben. Wenn sich andere Hunde nicht gerne an den Pfoten anfassen lassen, hat das meines Erachtens den Grund, dass sie das Anfassen grundsätzlich als unangenehm empfinden. Hunde, die es nicht gewöhnt sind, dass man die Pfoten anfasst, drückt oder hochhebt, lassen einen nicht so ohne weiteres an ihre Pfoten. Dass Pfoten und Beine möglichst unverletzt bleiben, ist für einen Jäger, was unsere Hunde ja sind, überlebenswichtig. Das kann man beim Spielen beobachten, Pfoten und Beine werden möglichst geschützt.

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  • Barack
    Ein Gast antwortete
    Zitat von gabydux Beitrag anzeigen

    Einen Tierschutzgedanken sehe ich aber nicht im Abschneiden von Ohren, Rute oder Daumenkrallen.
    Ich auch nicht...

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Fairytale Beitrag anzeigen
    Den Grund der unkonrollierten Vermehrung hier in Deutschland anzuführen finde ich aber auch nur eine Ausrede. Gerade die Tierheime suchen die neuen Besitzer ja sehr genau aus. Also kann ja wohl davon ausgegangen werden, dass das verantwortungsvolle Leute sind.
    Mag ja sein.

    Trotzdem finde ich es sehr irritierend, dass Du Dich als Gegenbeispiel nur auf Kastrationen versteifst.

    Was ist mit dem Kupieren von Ohren oder Rute?

    Da wurden genauso gesundheitliche Gründe angeführt als Begründung wie jetzt bei den Daumenkrallen.


    Das Abschneiden von Ohren oder Ruten wurde aus gutem Grund verboten.

    Dass Kastrationen weiterhin erlaubt sind bzw. für diese eine Art "Schlupfloch" gegeben wurde, hat nun wirklich was mit dem Tierschutzgedanken zu tun. Es geht einfach darum, zu verhindern, dass Hunde sich weiter vermehren können. Schließlich gibt es nun wirklich genug unbedarfte Halter, die auch mal nicht aufpassen.

    DAss diese Klausel dann quasi als Freischein für Bequemlichkeitskastrationen angesehen wird, dafür kann das Tierschutzgesetz nichts.


    Einen Tierschutzgedanken sehe ich aber nicht im Abschneiden von Ohren, Rute oder Daumenkrallen.

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  • Barack
    Ein Gast antwortete
    Zitat von Barack Beitrag anzeigen
    Die Schwestern meines Rüden haben Daumenkrallen... nie hatten sie ein Problem... die Eine ist sehr oft im Gebirge unterwegs...

    Barack hatte keine...
    Ich korrigiere... dachte erst, ihr redet von den Afterkrallen... Daumenkrallen haben alle meine Hunde und nie ein Problem... die Schwestern meines Rüden haben noch zusätzlich doppelte Afterkrallen... auch nie ein Problem...

    @ Esprit: Ich weiß ja nicht, was du für IWs kennst, aber meine Hunde halten locker mit Barsois in der Schnelligkeit mit... und meine Hunde laufen nur im Gelände... die Züchterin meiner Mädels geht mit ihren Hunden regelmäßig auf Coursings trotz Daumenkrallen...

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  • Fairytale
    antwortet
    Den Grund der unkonrollierten Vermehrung hier in Deutschland anzuführen finde ich aber auch nur eine Ausrede. Gerade die Tierheime suchen die neuen Besitzer ja sehr genau aus. Also kann ja wohl davon ausgegangen werden, dass das verantwortungsvolle Leute sind.

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Fairytale Beitrag anzeigen
    Ich wundere mich doch sehr wie vehement hier bezüglich dem Entfernen der Daumenkralle das TSG angeführt wird. Ich frage mich in dem Zusammenhang warum immer noch sehr viele Rüden und vor allem Hündinnen kastriert werden, meistens mit der Begründung dies prophylaktisch zu tun. Besonders die Hündin würde man so vorsorglich vor einer eventuellen Krebserkrankung schützen. Auch die Tierheime kastrieren durchweg. Da gibt es merkwürdigerweise keinen Aufschrei über die körperliche und seelische Verstümmelung der Hunde. Das ist ja zu mindestens bei den Hündinnen äußerlich auch nicht zu sehen. Deswegen mukiert sich auch keiner. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn sich alle an das TSG halten müssen, frage ich mich, warum so viele TÄ immer noch die Kastration empfehlen und dies auch gerne bereitwillig tun. Und das bei gesunden und oft sehr jungen Hunden. Werden diese massenhaften Verstöße nicht geahndet? Vielen Hündinnenhaltern ist die Läufigkeit zu lästig und sind nicht bereit sich auf diesen Umstand einzustellen. (Habe selbst 3 intakte Whippetmädels mit entfernten Daumenkrallen und keinerlei Arthrose in irgentwelchen Gelenken).
    Oh doch, diesen Aufschrei gibt es. Auch Frau Dr. Koch vom Veterinäramt Düsseldorf sieht diese Kastriererei durchaus kritisch.

    Für das Kastrieren von Rüden und Hündinnen gibt es aber im Tierschutzgesetz Ausnahmen, die sogar explizit aufgeführt werden und dementsprechend weit ausgelegt auch angeführt werden.
    Rein rechtlich gesehen gibt es aber keinerlei Handhabe für das vorsorgliche Kastrieren eines gesunden Rüden oder einer gesunden Hündin - leider ist jedoch der Passus der "unkontrollierten Vermehrung" schlecht zu kontrollieren und wird immer wieder gerne als Begründung genommen.

    Für das Amputieren eines kompletten Zehs, inklusive Knochen, gibt es eine solche Ausnahme aber nicht. Eine Daumenkralle, die fest verwachsen ist und Knochensubstanz besitzt, ist auch etwas völlig anderes als Wolfskrallen, die oft nur aus etwas Haut mit eben einer Kralle bestehen. Und selbst die darf man in der Regel nicht einfach so, rein vorsorglich entfernen lassen.

    Hier sieht man eine gute Abbildung, was die Daumenkralle eigentlich ist - eine Skizze der Knochen des Vorderfußes:

    http://www.woodhavenlabs.com/documen...aws-injury.pdf

    Will mir ein Befürworter der Daumenkrallen-Amputation jetzt wirklich erklären, dass eine Amputation dieses Daumens keinerlei Veränderung für den gesamten Fuß bewirkt?

    Dazu hätte ich dann gerne mal QUellen. Alleine schon anhand der Abbildung kann man sehen, dass der Daumen eben NICHT nur ein verzichtbares Anhängsel ist.

    Übrigens, Dux wurde in recht hohem Alter eine Daumenkralle amputiert - aus medizinischen Gründen. Die andere blieb dran.

    Ja, bei Welpen mag das eine viel kleinere OP sein als beim erwachsenen Hund, es ändert aber NICHTS daran, dass da ein Knochen ist.

    Für ist ist das Amputieren der Daumenkralle nicht um einen Deut besser als das Kupieren der Rute oder der Ohren.

    Kastrationen sind da doch wohl eine etwas andere Liga.

    Sehr erstaunlich, dass Dir als erstes Argument für "andere schnibbeln doch auch Körperteile ohne GRund weg" ausgerechnet Kastrationen, die im Tierschutz durchaus ihren Sinn haben, einfällt.

    Kein Wort über das Entfernen von Ruten (ach so hohes Verletzungsrisiko von Jagdhunden im Unterholz), kein Worf über das Kupieren von Ohren (ach so großes Risiko von chronischen Ohrentzündungen wegen der Schlappohren).....

    Finde ich persönlich wirklich sehr bezeichnend.

    Auch für das Kupieren von Rute und Ohren wurden immer wieder medizinische Gründe angeführt. Verboten isses inzwischen glücklicherweise trotzdem.

    GEnau so und nicht anders ist es beim Amputieren der Daumenkrallen.

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Silvia Sachse Beitrag anzeigen
    J

    wenn es aber doch verboten ist, warum gibt es dann Tierärzte die sowas machen
    Ich habe eine Katze, der die vorderen Krallen gezogen wurden. Auch das ist verboten und trotzdem hat es irgendein TA in Deutschland gemacht.....

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  • Fairytale
    antwortet
    Ich wundere mich doch sehr wie vehement hier bezüglich dem Entfernen der Daumenkralle das TSG angeführt wird. Ich frage mich in dem Zusammenhang warum immer noch sehr viele Rüden und vor allem Hündinnen kastriert werden, meistens mit der Begründung dies prophylaktisch zu tun. Besonders die Hündin würde man so vorsorglich vor einer eventuellen Krebserkrankung schützen. Auch die Tierheime kastrieren durchweg. Da gibt es merkwürdigerweise keinen Aufschrei über die körperliche und seelische Verstümmelung der Hunde. Das ist ja zu mindestens bei den Hündinnen äußerlich auch nicht zu sehen. Deswegen mukiert sich auch keiner. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn sich alle an das TSG halten müssen, frage ich mich, warum so viele TÄ immer noch die Kastration empfehlen und dies auch gerne bereitwillig tun. Und das bei gesunden und oft sehr jungen Hunden. Werden diese massenhaften Verstöße nicht geahndet? Vielen Hündinnenhaltern ist die Läufigkeit zu lästig und sind nicht bereit sich auf diesen Umstand einzustellen. (Habe selbst 3 intakte Whippetmädels mit entfernten Daumenkrallen und keinerlei Arthrose in irgentwelchen Gelenken).

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  • Silvia Sachse
    Ein Gast antwortete
    Jetzt komme ich langsam mit, und lösche hier meine Antworten

    ja , ich finde es traurig, dass man soviele Gesetzte machen muss

    und es sind noch viel zu wenig, wie mir scheint

    wenn es aber doch verboten ist, warum gibt es dann Tierärzte die sowas machen

    entschuldigt meine dumme Frage, aber ich habe keinen Windhund
    sondern einen Vizsla-Mix
    daher habe ich natürlich von eurem Standpunkt aus, keine Ahnung

    aber finde es trotzdem sehr interresant
    zudem ja mein Sam schon fiese Verletzungen an der Daumenkralle hatte
    und ich die für und wieder , gerade hier kennenlerne

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von esprit Beitrag anzeigen
    dann muss sich das Düsseldorfer Veterinäramt aber auf einen gerichtlichen Prozess einstellen, wenn es jemandem ernst ist
    DAs ist doch jetzt nicht Dein Ernst, oder?

    Also Du meinst, man könne einen tierschutzrelevanten Eingriff vornehmen und das Recht dazu auch noch gerichtlich einklagen?

    Laut Frau Dr. Koch ist das Tierschutzgesetz ganz eindeutig und eine solche, prophylaktische Entfernung der Daumenkrallen ohne Narkose wäre nach dem Tierschutzgesetz in der jetzigen Fassung verboten.

    Sie meinte auch, dass eigentlich sogar bei jeder Kastration von Hündinnen ein pathologischer Befund vorliegen müßte, denn der Passus "unkontrollierte Vermehrung" wäre ja in der üblichen Haltungsform, wie sie heutzutage stattfindet, gar nicht möglich.

    Die Dame kam mir da schon sehr firm vor. Sie hat ganz klar gesagt, eine solche Amputation müßte im Einzelfall begründet und dann auch unter tierschutzkonformen Bedingungen (also unter Narkose) durchgeführt werden.

    Sie hat mir das sehr schlüssig sogar zusätzlich mit einem Beispiel, nämlich dem Kupieren einer Rute bei einem Jagdhund, erläutert.
    Im Einzelfall erlaubt, wenn ein Grund dafür vorliegt, also beim Einsatz tatsächlich eine erhöhte Verletzungsgefahr real besteht - eine rein vorsorgliche Entfernung, weil ein erhöhtes Verletzungsrisiko MÖGLICH sein könnte (was beim Welpen ja noch lange nicht feststeht), gehört nicht dazu und schon mal gar nicht ohne "geeignete Mittel zur Schmerzausschaltung".

    Sie sieht dieses erhöhte Verletzungsrisiko der Daumenkrallen pauschal beim Windhund übrigens nicht, da alle Hunderassen von Natur aus Daumenkrallen haben und sich auch nicht alle naselang verletzen.

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