Auf der anderen Seite frage ich mich, ob es wirklich richtig ist, dass man so extrem mit seinen Nachforschungen in die Tiefe gehen muss, um einen gesunden Hund zu finden...
Soll das normal sein?
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Heute 3.11-Reine Rasse und doch verkrüppelt
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Gaby,
genau das war der Grund, warum ich mir eine Schäferhündin aus einer Leistungslinie geholt habe - die sich leider als nicht gesund herausstellte. Natürlich muss es immer jemanden geben, der den Montagshund erwischt - das mag bei mir der Fall gewesen sein - who knows?
Ich habe mich lang und breit versucht schlau zu machen, wollte keinen Hund mit HD, ED und möglichst einem einigermaßen geraden und gesundem Rücken. Das alles hat sie. Aber leider auch Vieles andere mehr: Allergiker, Retinadysplasie, Keratitis, Scheinträchtigkeiten nach der Läufigkeit mit extremen Agressionsschüben gepaart mit einer tendentiell mal stärkeren und mal schwächeren Unsicherheit. Immer kürzer werden Läufingkeitsintervalle die zusammen mit der Scheinträchtigkeit dem Hund große Probleme machten. Ausserdem noch Haarbalgzysten und Milben sowie eine große Empfindlichkeit gegen alle möglichen Arten von Umweltgiften.
Die Allergien haben wir dank BARF super gut in den Griff bekommen und ich würde meine Maus nicht für alles Geld der Welt wieder hergeben wollen - aber die Planung woher sie kommen sollte, war nicht mal "einfach mal den Welpen, den man knuffig findet" sondern ganz bewußt ausgesucht. Dass es im Nachhinein ein Griff ins Klo war, das konnte ICH damals nicht wissen und glaube mir, ich habe (nicht nur dem ausgesuchten) Züchter Löcher in den Bauch gefragt.
Eine Rückfrage beim Zuchtwart vom SV, den ich auch anrief ergab übrigens, dass es weder Leistungs- noch Hochzucht gäbe sondern nur "den DSH" und er nannte mir 5 Hochzuchtzwinger, die gerade Welpen hätten oder Welpen erwarten würden. Die Planung startete ich ca. 1 Jahr bevor ich meine Hündin kaufte. Von nicht genug hinterfragt kann man hier glaube ich nicht sprechen.
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Das ist der Grund dafür, warum ich mir nach Dux Tod einen Schäferhund aus Leistungslinie und nicht aus der sogenannten Hochzucht geholt habe - obwohl Dux aus der Hochzucht kam.Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenSchön wäre es, wenn sich mehr Menschen zusammenschließen würden um gemeinsam darauf zu achten, dass nicht nur "schöne" sondern auch gesunde Hunde unsere Begleiter sein können.
Ich habe einfach zu lange immer wieder sporadisch die Zuchtlinien verfolgt und mich deshalb bewußt für Leistungszucht entschieden. Aber auch da gibt es halt solche und solche, weshalb ich mich an einige Leute gewendet habe, die sich mit der Materie auskennen und mir sehr viel über die Namen, die so in den Ahnentafeln auftauchen, sagen konnten. Dazu habe ich nächtelang Infomaterial studiert, beispielsweise die Genetics des SV, Spezialzeitschriften, habe Deckrüdenbesitzer kontaktiert, bin durch die Gegend gefahren, um mir Hunde anzusehen.....
Dementsprechend habe ich meinen - gesunden - Traumhund bekommen.
Das ganze Wissen über viele Hunde in der DSH-Zucht gabs quasi gratis dazu und ich pflege es, halte es auf aktuellen Stand....;-)
Meiner Meinung nach sind nicht nur Züchter gefragt, sondern in erster Linie die potentiellen Hundebesitzer. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und wenn Züchter auf ihren kranken Hunden (oder auf Welpen von mit Erbkrankheiten belasteten Hunden) sitzen bleiben, ist das auf Dauer wesentlich nachhaltiger als alle Zuchtkontrollen, Untersuchungen und Zuchtausschlüsse der Welt. An Informationen kommt man IMMER, wenn man es nur hartnäckig genug versucht.
Aber das bleibt leider Utopie.......
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Marita,Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenHallo Elke,
wenn Zucht so einfach wäre, dass man sagen könnte: die Schwester hat es, also hat der Bruder und die Tante es auch, dann würde ich Dir Recht geben.
Aber so einfach ist es nunmal nicht.
Nicht zu allen Defekten/Erkrankungen sind die Erbgänge bekannt, d.h. man weiss nicht, ob und wie sich bestimmte Defektgene vererben. Man kann also nicht einfach den "Rundumschlag" machen und alle Verdächtigen für schuldig bzw. krank befinden. Das würde bedeuten, dass zig Hunde trotz bester Gesundheit aus der Zucht fallen. (Anders sehe ich das bei ganzen Zuchtlinien, die kaum lebensfähig sind, nicht atmen oder nicht laufen können - da hilft m.E. nur die Brechstange, wenn die Grundvoaussetzungen für ein Hundeleben pauschal wegen Qualzucht fehlen).
das ist mir schon klar - daher fände ich es eben so wichtig, dass genauer aufgezeichnet, festgehalten, verglichen und eben auch reagiert wird.
Das ist genau der Punkt. Erkannte Erbgänge sollten auch kontrolliert werden und nicht sehenden Auges hingenommen, das bestimmte Krankheiten auftreten können weil man diese oder jene Eigenschaft in einer Linienzucht noch verstärken will.Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenUmso wichtiger ist ja die Forschung, die Erbgänge und entsprechende Gentests bringt, um effektiv handeln zu können. Nur dann geht in manchen Vereinen oder bei einigen Züchtern das Geschrei wieder los, was das alles kostet und dass ja dieser oder jene Defekt gar nicht so schlimm ist ...
Ja - genau so meine ich es.Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenGenau DA hört's bei mir dann mit dem Verständnis grundsätzlich auf, wenn Erbgänge bekannt und Gentests vorhanden sind (meist nicht mal von Zuchtvereinen finanziert!) und trotzdem nichts an Zuchtlenkung passiert, damit nur ja jeder mit seinem Hund weiterzüchten und sich in seinem Hobby Zucht ausleben kann.
Diese Logik hat sich mir auch noch nicht erschlossen.Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenIch kenne mich mit DSH nicht wirklich aus, aber noch immer frage ich mich, warum denn diese wunderbare HD-Forschung von Prof. Distl erst finanziert wurde und dann, wenn sie eine Lösung bringt (man kann am Welpen - aber leider nicht schon VOR Zuchteinsatz und Geburt des Welpen - schon feststellen, ob er eine genetische HD-Disposition hat ...) nicht mal auf der Vereinsseite beworben wird.
Es gibt m.W. durchaus Rasseverbände, die nach Erkennung des Potentials, die HD-Quote in ihren Reihen wieder deutlich nach unten selektiert haben.Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenAuch wäre diese Grundlagenforschung für viele andere Rassen geeignet, ihre rassespezifischen HD-Merkmale ebenfalls herauszufinden. Wo sind denn die Rassezuchtvereine, die nach Hannover stürmen, um endlich diese elendige Erkrankung genetisch zu bekämpfen ?
Und vor diesen Züchtern ziehe ich meinen Hut und hoffe, dass ich beim nächsten Hund, die Chance bekomme, einen solchen Züchter zu finden!Zitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenWo sind denn die Rasse-Vereine, die alle Gentest-Möglichkeiten für ihre Rasse ausschöpfen, um wirklich nach bestem Wissen und Gewissen und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu züchten (wie es bekanntlich sogar das BGH-Urteil bzgl. des Dackelzüchters verlangt) ?
Es gibt Züchter, die das als Einzelkämpfer tun und das für selbstverständlich halten (ALLE ACHTUNG!), alle Möglichkeiten auszuschöpfen, aber die Mehrheit würde nicht mal einen Euro in die Forschung spenden oder sogar Mitglied in der GKF (Gesellschaft für Kynologische Forschung) werden (als langjähriges Mitglied kenne ich deren Mitgliederverzeichnis, kann mir also eine Meinung erlauben).
und da sind wir wieder beim Hauptproblem... es geht ums GeldZitat von SamundQuincey Beitrag anzeigenAndererseits - es gibt jede Menge Menschen, denen nicht wirklich daran liegt, nur noch gesunde Hunde zu haben (Hundehalter mal ausgenommen) - das würde jede Menge Arbeitsplätze kosten und das Bruttosozialprodukt reduzieren - wie in der Humanmedizin auch, wo man vor allem auch deshalb lange leben soll, um die Wirtschaft lang genug anzukurbeln - Hauptsache, man schwebt "irgendwie" zwischen Leben und Tod.
LG
Marita
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Gaby ich denke eher, dass es daran liegt, dass die Kranheit oft nicht als Schäferhundkeratitis bezeichnet wird. Gebe dem Kind einen anderen Namen und nur der, der hinterfragt, merkt, dass es sich um die selbe Krankheit heißt. Bekannt ist sie auch unter: Keratits superficalis chronica nach Überreiter auch kurz als Überreiter bekannt, Keratitis pigmentosa, Pannus oder eben auch Schäferhund-Keratitis. Ca. 90% aller von dieser Krankheit betroffenen Hunde sind Schäferhunde! Außerdem wird sie oft auch einfach als Hornhautentzündung (was sie im Krankheitsverlauf ja auch ist) bezeichnet.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenDu wirst es nicht glauben, ich weiß, warum die Schäferhundkeratitis so heißt....;-)
Dennoch ist mir persönlich kein einziger DSH bekannt, der diese Erkrankung hat - und ich kenne wirklich viele.....
Aber vielleicht kenne ich auch einfach keine Hunde aus der Blutlinie, aus der Dein Hund oder die von Dir benannten Hunde stammen?
Sicher ist das in vielen Rassen so - daher ist es ja auch wichtig darauf zu reagieren, wenn es erkannt wird. Egal ob Schäferhund oder Cockerspaniel.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenDas ist wohl bei jeder Rasse so (und bei vielen Lebewesen) - die Zunahme von Pankreatitis und Allergien ist allerdings größtenteils in der sogenannten Hochzucht verbreitet, während die Leistungslinien eher mit CES zu kämpfen haben oder einer Neigung zu Spondylose.
Das habe ich auch nicht behauptet und finde es gut, dass es eben auch verantwortungsvolle Züchter gibt. Nur leider ist es oft schwer für den Verbraucher hier die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man nicht direkt in die "Szene" involviert ist.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenDas heißt aber nicht, dass es IMMER so ist oder jeder Züchter/Rüdenbesitzer so handelt. Ich kann nur das Gegenbeispiel von meiner Züchterin nennen, die direkt ne Telefonrundkette gestartet hat, als sie von mir die Sache mit der Patellaluxation erfahren hat......
Beispiel Allergie:Zitat von gabydux Beitrag anzeigenBei vererbten Erkrankungen sollte natürlich der betreffende Hund aus der Zucht ausgeschlossen werden. Aber ich bin eben NICHT dafür, eine Sippenhaft vorzunehmen und sämtliche GEschwister, Eltern, Tanten, Onkel etc. ebenfalls aus der Zucht zu nehmen, weil sie ja unter Umständen belastet sein KÖNNTEN.
Meine Mutter ist Allergiker, mein Vater auch. Ich habe es, mein Bruder hat es nicht - aber sein Sohn ist ebenfalls Allergiker. Die Mutter meiner Mutter hatte es, der Vater nicht, wohl aber die Schwester meiner Großmutter. Die anderen Großeltern waren nicht betroffen. Es hatte immer ein Mitglied der Familie in jeder der mir bekannten Generationen. Warum sollte das bei Tieren so viel anders sein.
Bei der Retinadysplasie ist es laut meinem Fach-TA der Fall und die ist bei einer Augenuntersuchung klar zu erkennen. ABER... diese Untersuchung ist z.B. keine Zuchtzulassungsvoraussetzung für den DSH - wohl aber für andere Rassen. Ich will damit nur sagen, dass bekannte Erbkrankheiten für die Testmöglichkeiten vor der Zuchtzulassung möglich sind bei den Rasseverbänden als Kriterium für eine Zulassung mit einfließen sollten.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenEs gibt viele verschiedene Erbkrankheiten oder Erkrankungen, an denen zumindest eine erbliche Beteiligung nicht ausgeschlossen ist, deshalb kann man nicht pauschal für jede dieser Erkrankungen sagen, alle Verwandten möglichst raus aus der Zucht, wenn ein betroffener Hund auftaucht.
Ich denke wir müssen alle kritischer, hellhöriger werden, dürfen nicht mehr soviel hinnehmen und sollten darauf achten mitzuhelfen erkannte Gendefekte aus Zuchtlinien auszuschließen.
Schön wäre es, wenn sich mehr Menschen zusammenschließen würden um gemeinsam darauf zu achten, dass nicht nur "schöne" sondern auch gesunde Hunde unsere Begleiter sein können.
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Hallo Elke,
wenn Zucht so einfach wäre, dass man sagen könnte: die Schwester hat es, also hat der Bruder und die Tante es auch, dann würde ich Dir Recht geben.
Aber so einfach ist es nunmal nicht.
Nicht zu allen Defekten/Erkrankungen sind die Erbgänge bekannt, d.h. man weiss nicht, ob und wie sich bestimmte Defektgene vererben. Man kann also nicht einfach den "Rundumschlag" machen und alle Verdächtigen für schuldig bzw. krank befinden. Das würde bedeuten, dass zig Hunde trotz bester Gesundheit aus der Zucht fallen. (Anders sehe ich das bei ganzen Zuchtlinien, die kaum lebensfähig sind, nicht atmen oder nicht laufen können - da hilft m.E. nur die Brechstange, wenn die Grundvoaussetzungen für ein Hundeleben pauschal wegen Qualzucht fehlen).
Umso wichtiger ist ja die Forschung, die Erbgänge und entsprechende Gentests bringt, um effektiv handeln zu können. Nur dann geht in manchen Vereinen oder bei einigen Züchtern das Geschrei wieder los, was das alles kostet und dass ja dieser oder jene Defekt gar nicht so schlimm ist ...
Genau DA hört's bei mir dann mit dem Verständnis grundsätzlich auf, wenn Erbgänge bekannt und Gentests vorhanden sind (meist nicht mal von Zuchtvereinen finanziert!) und trotzdem nichts an Zuchtlenkung passiert, damit nur ja jeder mit seinem Hund weiterzüchten und sich in seinem Hobby Zucht ausleben kann.
Ich kenne mich mit DSH nicht wirklich aus, aber noch immer frage ich mich, warum denn diese wunderbare HD-Forschung von Prof. Distl erst finanziert wurde und dann, wenn sie eine Lösung bringt (man kann am Welpen - aber leider nicht schon VOR Zuchteinsatz und Geburt des Welpen - schon feststellen, ob er eine genetische HD-Disposition hat ...) nicht mal auf der Vereinsseite beworben wird. Auch wäre diese Grundlagenforschung für viele andere Rassen geeignet, ihre rassespezifischen HD-Merkmale ebenfalls herauszufinden. Wo sind denn die Rassezuchtvereine, die nach Hannover stürmen, um endlich diese elendige Erkrankung genetisch zu bekämpfen ?
Wo sind denn die Rasse-Vereine, die alle Gentest-Möglichkeiten für ihre Rasse ausschöpfen, um wirklich nach bestem Wissen und Gewissen und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu züchten (wie es bekanntlich sogar das BGH-Urteil bzgl. des Dackelzüchters verlangt) ?
Es gibt Züchter, die das als Einzelkämpfer tun und das für selbstverständlich halten (ALLE ACHTUNG!), alle Möglichkeiten auszuschöpfen, aber die Mehrheit würde nicht mal einen Euro in die Forschung spenden oder sogar Mitglied in der GKF (Gesellschaft für Kynologische Forschung) werden (als langjähriges Mitglied kenne ich deren Mitgliederverzeichnis, kann mir also eine Meinung erlauben).
Andererseits - es gibt jede Menge Menschen, denen nicht wirklich daran liegt, nur noch gesunde Hunde zu haben (Hundehalter mal ausgenommen) - das würde jede Menge Arbeitsplätze kosten und das Bruttosozialprodukt reduzieren - wie in der Humanmedizin auch, wo man vor allem auch deshalb lange leben soll, um die Wirtschaft lang genug anzukurbeln - Hauptsache, man schwebt "irgendwie" zwischen Leben und Tod.
LG
Marita
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Du wirst es nicht glauben, ich weiß, warum die Schäferhundkeratitis so heißt....;-)Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenGaby die Krankheit heißt Schäferhundkeratitis, weil sie hauptsächlich bei Schäferhunden und sehr nahe verwandten Rassen auftritt. Mein Augenspezialist ist im Dortmunder Kreis, einem Zusammenschluss von Augentierärzten, die sich mit der Erforschung von Genkrankheiten bei Tieraugen auseinandersetzt. Laut seiner Aussage ist Schäferhundkeratitis eine Autoimmunerkrankung, die in den letzten Jahren erschreckend zugenommen hat.
Ich habe allein in meiner Obediencegruppe einen Trainingskollegen, dessen Rüde Schäferhundkeratitis hatte und auch eine Sportkollegin in einem Fahrforum hat eine Hündin mit Schäferhundkeratitis. Oft wird die Krankheit in der ersten Zeit vom Hundebesitzer nicht wahrgenommen und erst spät erkannt. Sie tritt erst relativ spät (ca. ab dem 4. Lebensjahr ) auf und wird beim Allgemein-Tierarzt u.U. auch erst einmal nicht richtig zugeordnet.
Dennoch ist mir persönlich kein einziger DSH bekannt, der diese Erkrankung hat - und ich kenne wirklich viele.....
Aber vielleicht kenne ich auch einfach keine Hunde aus der Blutlinie, aus der Dein Hund oder die von Dir benannten Hunde stammen?
Das ist wohl bei jeder Rasse so (und bei vielen Lebewesen) - die Zunahme von Pankreatitis und Allergien ist allerdings größtenteils in der sogenannten Hochzucht verbreitet, während die Leistungslinien eher mit CES zu kämpfen haben oder einer Neigung zu Spondylose.Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenIch kenne einige Schäferhunde, die überempfindliche zu Allergien neigende Haut und eine extrem empfindliche Verdauung haben. Die allgemeine Neigung zu Autoimmunerkrankungen nimmt zu - auch wenn nicht darüber geredet wird.
Richtig. Aber nicht alle Hunde aus einem Wurf vererben identisch.......sieht man sehr, sehr gut an einem zur Zeit sehr populären Brüderpaar in der SV-Zucht, Jimbeam und Javir von Talka Marda. Wurfgeschwister und dennoch unterschiedlich, auch was die Vererbung betrifft.Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenEs geht nicht um Erkrankungen allgemein, sondern um Erkrankungen, die vererbt werden und in der Linienzucht ist es nun einmal so, dass nicht nur die "guten Eigenschaften" verstärkt werden, sondern auch die "schlechten".
Das ist schon laaaange nicht mehr der Fall.....seit Anfang/Mitte der 90er Jahre wurde die DNA-Analyse eingeführt und die Fälle von Würfen, die wegen falschem Vater aus dem Zuchtbuch gestrichen werden (werden alle in der SV-Zeitung veröffentlicht), sind seitdem massiv zurück gegangen. DAs ist nur noch vereinzelt der Fall.Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenEs würde zu weit führen, das Thema auszubreiten, aber auch Dir ist sicherlich bekannt, dass bei der Zucht der DSH der Rüde der auf dem Papier steht, nicht immer zwingend der Rüde sein muss, der dann tatsächlich gedeckt hat - gerade wenn "große" Namen im Spiel sind...
Das heißt aber nicht, dass es IMMER so ist oder jeder Züchter/Rüdenbesitzer so handelt. Ich kann nur das Gegenbeispiel von meiner Züchterin nennen, die direkt ne Telefonrundkette gestartet hat, als sie von mir die Sache mit der Patellaluxation erfahren hat......Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenUntersuchungen wurden im Fall von Alea abgelehnt.
Bei vererbten Erkrankungen sollte natürlich der betreffende Hund aus der Zucht ausgeschlossen werden. Aber ich bin eben NICHT dafür, eine Sippenhaft vorzunehmen und sämtliche GEschwister, Eltern, Tanten, Onkel etc. ebenfalls aus der Zucht zu nehmen, weil sie ja unter Umständen belastet sein KÖNNTEN.Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigen
Das sehe ich nicht anders, denn eine erworbene Erkrankung, die den Rüden rein körperlich keine Probleme beim Decken bereitet sehe ich auch nicht als Grund für einen Zuchtausschluss - da sind wir uns absolut einig.
Es gibt viele verschiedene Erbkrankheiten oder Erkrankungen, an denen zumindest eine erbliche Beteiligung nicht ausgeschlossen ist, deshalb kann man nicht pauschal für jede dieser Erkrankungen sagen, alle Verwandten möglichst raus aus der Zucht, wenn ein betroffener Hund auftaucht.
Was ist denn, wenn Festus tatsächlich die Patellaluxation geerbt hat, seine GEschwister aber nachweislich absolut frei davon sind? Sollen die alle nicht in die Zucht?
Anderes Beispiel:
Eine Schwester von Festus hat mittlere HD - eine Hündin aus einem Wurf von 10 Welpen, alle anderen sind in Ordnung. SOllen jetzt alle nicht in die Zucht, obwohl geröngt und für gesund befunden?
Wir haben einen Hund im Verein, der selber total Probleme mit Allergien und Haut hat. Er ist der Einzige aus seinem Wurf, der derartige Probleme hat, alle anderen sind gesund. Die Schwester ist in der Zucht. Ist das jetzt wirklich falsch? Wenn sie selber gesund ist, die Eltern gesund sind, der Wurfpartner ebenfalls? Nur weil ein Bruder dieser Hündin Probleme hat?
Sehe ich eben nicht so.
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Gaby die Krankheit heißt Schäferhundkeratitis, weil sie hauptsächlich bei Schäferhunden und sehr nahe verwandten Rassen auftritt. Mein Augenspezialist ist im Dortmunder Kreis, einem Zusammenschluss von Augentierärzten, die sich mit der Erforschung von Genkrankheiten bei Tieraugen auseinandersetzt. Laut seiner Aussage ist Schäferhundkeratitis eine Autoimmunerkrankung, die in den letzten Jahren erschreckend zugenommen hat.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenNaja, kann ja auch vielleicht sein, dass es nicht so häufig ist? Oder dass diejenigen mit betroffenen Hunden vielleicht nicht in Foren angemeldet sind?
Ich habe selber übrigens noch nie einen von Schäferhundkeratitis betroffenen Schäferhund kennengelernt - und ich treibe mich verdammt viel in SChäferhundkreisen rum.....
Damit will ich nicht sagen, die Erkrankung wäre wahnsinnig selten. Aber anscheinend seltener als Cauda Equina oder HD/ED.
Ich habe allein in meiner Obediencegruppe einen Trainingskollegen, dessen Rüde Schäferhundkeratitis hatte und auch eine Sportkollegin in einem Fahrforum hat eine Hündin mit Schäferhundkeratitis. Oft wird die Krankheit in der ersten Zeit vom Hundebesitzer nicht wahrgenommen und erst spät erkannt. Sie tritt erst relativ spät (ca. ab dem 4. Lebensjahr ) auf und wird beim Allgemein-Tierarzt u.U. auch erst einmal nicht richtig zugeordnet.
Ich kenne einige Schäferhunde, die überempfindliche zu Allergien neigende Haut und eine extrem empfindliche Verdauung haben. Die allgemeine Neigung zu Autoimmunerkrankungen nimmt zu - auch wenn nicht darüber geredet wird.
Es geht nicht um Erkrankungen allgemein, sondern um Erkrankungen, die vererbt werden und in der Linienzucht ist es nun einmal so, dass nicht nur die "guten Eigenschaften" verstärkt werden, sondern auch die "schlechten".Zitat von gabydux Beitrag anzeigenIch bin übrigens generell gegen eine "Sippenhaft" in der Form, dass bei Erkrankungen eines Tieres auch mit sämtlichen Wurfgeschwistern nicht mehr gezüchtet werden darf.
Es würde zu weit führen, das Thema auszubreiten, aber auch Dir ist sicherlich bekannt, dass bei der Zucht der DSH der Rüde der auf dem Papier steht, nicht immer zwingend der Rüde sein muss, der dann tatsächlich gedeckt hat - gerade wenn "große" Namen im Spiel sind...Zitat von gabydux Beitrag anzeigenDie Erfahrung zeigt nämlich beispielsweise bei Wurfwiederholungen, bei denen ja das genetische Material identisch mit dem ersten Wurf sein sollte, teilweise völlig andere Ergebnisse, was Wesen, Farbe, Gesundheit etc. betrifft. Auch innerhalb eines Wurfes gibt es teilweise völlig unterschiedliche Ausprägungen.
Untersuchungen wurden im Fall von Alea abgelehnt.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenSicher sollte man, wenn ein Tier von einer Erkrankung betroffen ist, die Wurfgeschwister kritisch betrachten oder evtl. untersuchen (wenn das machbar ist). Aber wenn diese gesund sind bzw. keine Veranlagung auf diese Erbkrankheit festzustellen ist, warum sollte dann ein Zuchtverbot ausgesprochen werden?
Daher bin ich mit Aleas Augenerkrankung zum Spezialisten gegangen, der auch die Ursache benennen kann.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenFestus hat Patella-Luxation.
Ursprünglich meinte der erste TA, das wäre mit großer Sicherheit vererbt. Ich habe mit der Züchterin Rücksprache gehalten, die das eigentlich nicht so wirklich glaubt, weil sämtliche Geschwister von Festus nichts haben (sie hat mit allen Käufern Kontakt und selbst zwei Schwestern von Festus zuhause).
Ein Besuch bei einem zweiten TA zeigt übrigens die Sache schon wieder in einem anderen Licht, dieser ist nämlich der Meinung, dass die Patellaluxation von Festus eher erworben ist. Er hat mir erklärt, wie er zu dieser Auffassung kommt und es paßt auch mein Treppensturz mit Baby-Festus im Arm dazu, der passierte, als Festus knapp 12 Wochen alt war.
Das ist eine Super Einstellung und so einen Züchter hätte ich mir auch gewünscht!Zitat von gabydux Beitrag anzeigenSolange ich nicht sicher bin, wird Festus definitiv nicht in die Zucht gehen (was sowieso recht unwahrscheinlich ist). Wenn Erbfaktoren eine Rolle spielen, ganz sicher natürlich auch nicht.
Das sehe ich nicht anders, denn eine erworbene Erkrankung, die den Rüden rein körperlich keine Probleme beim Decken bereitet sehe ich auch nicht als Grund für einen Zuchtausschluss - da sind wir uns absolut einig.Zitat von gabydux Beitrag anzeigenWenn sich aber herausstellen sollte, dass wirklich der Unfall dafür verantwortlich ist (das kann man durchaus nachweisen durch Knochenaufbau, Sehnenfestigkeit etc.) und diese Diagnose wirklich sicher ist, dann sehe ich persönlich keinen Grund darin, Festus oder seine GEschwister NICHT in der Zucht einzusetzen.
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Naja, kann ja auch vielleicht sein, dass es nicht so häufig ist? Oder dass diejenigen mit betroffenen Hunden vielleicht nicht in Foren angemeldet sind?Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigenAuffällig ist für mich, dass z.B. in den meisten Schäferhundforen weder beim Schlüsselwort Retinadysplasie noch beim Schlüsselwort Schäferhundkeratitis viele Ergebnisse zu finden sind. Ein Zeichen, dass man "darüber nicht spricht" was genau die Art und Weise wiederspiegelt, in der mit der Rasse und ihrer Zucht umgegangen wird.
Ich habe selber übrigens noch nie einen von Schäferhundkeratitis betroffenen Schäferhund kennengelernt - und ich treibe mich verdammt viel in SChäferhundkreisen rum.....
Damit will ich nicht sagen, die Erkrankung wäre wahnsinnig selten. Aber anscheinend seltener als Cauda Equina oder HD/ED.
Ich bin übrigens generell gegen eine "Sippenhaft" in der Form, dass bei Erkrankungen eines Tieres auch mit sämtlichen Wurfgeschwistern nicht mehr gezüchtet werden darf.
Die Erfahrung zeigt nämlich beispielsweise bei Wurfwiederholungen, bei denen ja das genetische Material identisch mit dem ersten Wurf sein sollte, teilweise völlig andere Ergebnisse, was Wesen, Farbe, Gesundheit etc. betrifft. Auch innerhalb eines Wurfes gibt es teilweise völlig unterschiedliche Ausprägungen.
Sicher sollte man, wenn ein Tier von einer Erkrankung betroffen ist, die Wurfgeschwister kritisch betrachten oder evtl. untersuchen (wenn das machbar ist). Aber wenn diese gesund sind bzw. keine Veranlagung auf diese Erbkrankheit festzustellen ist, warum sollte dann ein Zuchtverbot ausgesprochen werden?
Gut, der DSH hat eine immens breite Zuchtbasis, aber bei Rassen, die wirklich einen recht kleinen Genpool haben, ist das doch eher kontraproduktiv.
Mein Beispiel:
Festus hat Patella-Luxation.
Ursprünglich meinte der erste TA, das wäre mit großer Sicherheit vererbt. Ich habe mit der Züchterin Rücksprache gehalten, die das eigentlich nicht so wirklich glaubt, weil sämtliche Geschwister von Festus nichts haben (sie hat mit allen Käufern Kontakt und selbst zwei Schwestern von Festus zuhause).
Ein Besuch bei einem zweiten TA zeigt übrigens die Sache schon wieder in einem anderen Licht, dieser ist nämlich der Meinung, dass die Patellaluxation von Festus eher erworben ist. Er hat mir erklärt, wie er zu dieser Auffassung kommt und es paßt auch mein Treppensturz mit Baby-Festus im Arm dazu, der passierte, als Festus knapp 12 Wochen alt war.
Solange ich nicht sicher bin, wird Festus definitiv nicht in die Zucht gehen (was sowieso recht unwahrscheinlich ist). Wenn Erbfaktoren eine Rolle spielen, ganz sicher natürlich auch nicht.
Wenn sich aber herausstellen sollte, dass wirklich der Unfall dafür verantwortlich ist (das kann man durchaus nachweisen durch Knochenaufbau, Sehnenfestigkeit etc.) und diese Diagnose wirklich sicher ist, dann sehe ich persönlich keinen Grund darin, Festus oder seine GEschwister NICHT in der Zucht einzusetzen.
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@ Marita,
da wäre vielleicht auch einen Gedanken wert Interessensgruppen / -vertretungen zu gründen, so dass ein Welpenkäufer nicht allein dasteht, sondern (ähnlich wie die Züchter) jemand im Hintergrund hat, der Hilfestellung geben kann.
Ich persönlich könnte z.B. keinen Anwalt vorfinanzieren oder im Fall der Fälle bezahlen, weil mir das finanzielle Polster fehlt um so eine Aktion loszutreten. Ich habe Aleas Erbkrankheiten an die Öffentlichkeit getragen und beantworte auch jederzeit Fragen bzw. kann auch ein Attest dazu vorweisen. Ausserdem habe ich das Ergebnis der Untersuchungen im Workingdog veröffentlicht, in der Hoffnung, dass sich möglichst viele Menschen über die Wurfgeschwister von Aleas Bruder Aico erkundigen, mit dem bereits gezüchtet wurde.
Auffällig ist für mich, dass z.B. in den meisten Schäferhundforen weder beim Schlüsselwort Retinadysplasie noch beim Schlüsselwort Schäferhundkeratitis viele Ergebnisse zu finden sind. Ein Zeichen, dass man "darüber nicht spricht" was genau die Art und Weise wiederspiegelt, in der mit der Rasse und ihrer Zucht umgegangen wird. Der DSH ist und bleibt für mich der wunderbare Hund aus Kindertagen aber den Traum eines Tages einen gesunden, nervlich belastbaren, wesensfesten und agilen, sportlichen Schäfer ohne Erbkrankheiten mein eigen zu nennen sehe ich in immer weitere Ferne rücken
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Zitat von AleaNexus Beitrag anzeigen@Adriane,
ja - sicherlich hast Du Recht und es sind bestimmt noch nicht genügend Käufer, die sich beschweren. Die Reaktion des Züchters darauf ist aber i.d.R. genau so, dass wohl in den meisten Fällen dann eine Beschwerderegelung vorgeschlagen wird (wenn überhaupt), die für den Hundebesitzer (falls es nicht auch ein Züchter ist) so lautet:
"Dann geben Sie eben den Hund zurück und bekommen aus meinem nächsten Wurf einen Welpen als Ersatz".
Wer - frage ich Dich, geht darauf ein, sein geliebtes Haustier zurück zu geben? Ich könnte dies nicht, meine emotionale Bindung ist viel zu stark um auf solch einen Vorschlag auch nur gedanklich eingehen zu können.
Es gibt auch positive Beispiele - Züchter, denen wirklich so viel an der Überprüfung ihrer Zucht liegt, dass sie z.B. eine Beteiligung an Folgeuntersuchungen übernehmen und dann einen Teil des Welpenpreises zurück erstatten, wenn diese durchgeführt werden und die Ergebnisse dem Züchter mitgeteilt werden. Würden mehr Züchter solche Maßnahmen unterstützen und durchführen, dann würden sicherlich auch mehr Welpenkäufer ihre Hunde dementsprechend untersuchen lassen. Ich fürchte, es ist so wie immer - nur wenn es ums Geld geht, kann man mehr Menschen zum Mitmachen anregen.
Fazit - Welpen müßten von Haus auf teurer werden, damit die Möglichkeit besteht, dem Welpenkäufer einen gewissen Betrag bei durchgeführter Untersuchung zurück zu erstatten. Nun stellt sich die Frage wer bereit ist, hier mehr für den Welpen zu bezahlen? Letztlich regelt wohl dann wieder der Markt und es geht Preis vor Qualität. Trotzdem denke ich, hier könnte man ansetzen und wenn mehr Züchter bereit wären solche Untersuchungen von vorn herein in den Kaufvertrag mit entsprechenden Klauseln aufzunehmen, dann würde sich dies letztlich auch positiv auf die Entwicklung der Rassen auswirken.
Mit einem "Umtausch" versuchen auch Hundehändler, aus ihren Gewährleistungspflichten herauszukommen - und lassen dann gleich noch auf erpresserische Art mit einfliessen, was danach mit dem "mangelhaften" Hund passiert ...
Ich habe mit vielen solchen Welpenkäufern von Hundehändlern schon gesprochen, teilweise im Beisein von Anwälten und Tierärzten, weil nämlich kein Richter der Welt von einem Hundekäufer verlangen würde, seinen Hund wieder abzugeben - als wäre er ein defekter Fernseher, den man einfach umtauschen kann. Insofern gilt ein Hund vor Gericht eben nicht als "nur Ware" und indem man darüber nicht aufklärt, können diese Hundehändler (oder Vermehrer) auch munter so weiter machen.
In der Regel wird stattdessen auf Kaufpreisminderung und/oder Schadensersatz geklagt, aber selbst wenn man das Käufern erklärt, sind die allerwenigsten bereit, solche Gerichtsverfahren anzustrengen, weil sie einfach unbequem sind, Zeit und Nerven kosten (Geld nur denjenigen, der das Verfahren verliert), oder weil doch der Verkäufer "so nett war und das bestimmt nicht extra gemacht hat", oder weil man es schlicht für unmoralisch hält, im Zusammenhang mit Lebewesen über Geldwert und Schadensersatz zu streiten.
Genau DAS kalkulieren Händler und Vermehrer ein. Wenn von 10 kranken verkauften Hunden nur einer der Käufer Ärger macht, dann tut das den Verkäufern nicht weh, den Kaufpreis ganz oder zum Teil zurück zu zahlen (zumal Rassehunde bei Händlern wesentlich weniger kosten als bei seriösen Züchtern und nicht alle krank sind...) - und man macht munter weiter wie bisher bei dem bischen Schwund. Das Geld hat man ja dann schnell wieder raus - notfalls steigt der Kaufpreis für die nächsten Welpen oder man lässt für die Hundemasse eine Mahlzeit aus, um das Geld wieder einzusparen oder holt sich als Händler kostenlosen Ersatz bei seinen Massenvermehrern.
Die Idee mit dem höheren Kaufpreis wird teilweise schon praktiziert: da erhalten Welpenkäufer eine vereinbarte Summe zurück, wenn sie z.B. später den Hund HD-röntgen lassen, so dass die Werte der Nachzucht in die Zuchtwertschätzung einfliessen können. Trotzdem ist auch das nicht 100 % wasserdicht, nämlich wenn negative Ergebnisse dann gar nicht für die Zuchtwertschätzung weitergegeben werden, weil sie den Zuchtwert der Eltern verschlechtern würden.
Insofern kann man auch da nur Statistiken/Werten glauben, die man selbst gefertigt (gefälscht?) hat. Wenn man als Züchter/Kunde seinem HD-Tierarzt sagt, dass die Aufnahme nicht von ihm zum Gutachter geschickt werden soll, dann wird sich kaum ein Tierarzt seinem Stammkunden widersetzen. Wo Geld im Spiel ist, menschelt es eben. ;-)
Pauschal die Preise für Welpen zu erhöhen (für den Fall einer Reklamation) würden die Käufer nicht mitmachen, zumal Welpen aller Rassen bei Händlern, Massenvermehrern im In- und Ausland, sowieso nur einen Bruchteil kosten und deren Verkäufern trotzdem noch Gewinn bringen. Auch würden dann einige Käufer überlegen, ob sie nicht doch den preisgünstigeren Hund aus dem Tierschutzverein holen.
Mit den Pauschalurteilen ist das immer so ne Sache - Menschen neigen leider dazu, andere Menschen in Schubladen zu stecken: gut und böse, schwarz und weiss. So wie ich mich z.B. wehre, "böser Hundehalter" für Nicht-Hundler zu sein (weil man eben nur die Negativmuster bemerkt, die rücksichtslos durch die Welt marschieren und Hundehaufen liegen lassen), so ist es auch mit Züchtern. Man kann und sollte sich als verantwortungsvoller Züchter distanzieren von solchen, die den Ruf ruinieren - aber das tun ja leider nicht mal Verbände oder Vereine, weil letztendlich ein Mitgliederverlust auch finanziellen Verlust bedeutet. Würde man all die schwarzen Schafe eliminieren und ausschließen und das dann groß verkünden, sähe es schon anders aus, aber so lange man sogar "Gütesiegel" kaufen kann, ohne dafür Besonderes (außer einer Mitgliedschaft ...) zu leisten, ganz sicher nicht. Dieses Gütesiegel kann also zum Beispiel auch jemand kaufen, dessen Zuchthund doch tatsächlich 1000 Meter in 11 Minuten laufen kann oder dessen Welpenkäufer nicht zufrieden waren, wenn Züchterhilfe auch nach dem Kauf mal gefragt war.
LG
Marita
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@Adriane,
ja - sicherlich hast Du Recht und es sind bestimmt noch nicht genügend Käufer, die sich beschweren. Die Reaktion des Züchters darauf ist aber i.d.R. genau so, dass wohl in den meisten Fällen dann eine Beschwerderegelung vorgeschlagen wird (wenn überhaupt), die für den Hundebesitzer (falls es nicht auch ein Züchter ist) so lautet:
"Dann geben Sie eben den Hund zurück und bekommen aus meinem nächsten Wurf einen Welpen als Ersatz".
Wer - frage ich Dich, geht darauf ein, sein geliebtes Haustier zurück zu geben? Ich könnte dies nicht, meine emotionale Bindung ist viel zu stark um auf solch einen Vorschlag auch nur gedanklich eingehen zu können.
Es gibt auch positive Beispiele - Züchter, denen wirklich so viel an der Überprüfung ihrer Zucht liegt, dass sie z.B. eine Beteiligung an Folgeuntersuchungen übernehmen und dann einen Teil des Welpenpreises zurück erstatten, wenn diese durchgeführt werden und die Ergebnisse dem Züchter mitgeteilt werden. Würden mehr Züchter solche Maßnahmen unterstützen und durchführen, dann würden sicherlich auch mehr Welpenkäufer ihre Hunde dementsprechend untersuchen lassen. Ich fürchte, es ist so wie immer - nur wenn es ums Geld geht, kann man mehr Menschen zum Mitmachen anregen.
Fazit - Welpen müßten von Haus auf teurer werden, damit die Möglichkeit besteht, dem Welpenkäufer einen gewissen Betrag bei durchgeführter Untersuchung zurück zu erstatten. Nun stellt sich die Frage wer bereit ist, hier mehr für den Welpen zu bezahlen? Letztlich regelt wohl dann wieder der Markt und es geht Preis vor Qualität. Trotzdem denke ich, hier könnte man ansetzen und wenn mehr Züchter bereit wären solche Untersuchungen von vorn herein in den Kaufvertrag mit entsprechenden Klauseln aufzunehmen, dann würde sich dies letztlich auch positiv auf die Entwicklung der Rassen auswirken.
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@ Elke, so ganz läst mich das Problem nicht los und mir ist aufgefallen das unsere Positionen nicht so weit entfernt sind wie es zunächst aussieht.
Mal angenommen diese Erkrankungen kommen in der Linie des Züchters häufiger vor, sagen wir mal 1-2 Hunde pro Wurf.
Aber vorher hat es kein Welpenkäufer für nötig befunden ihm das Mitzuteilen.
Jetzt kommst du und hast als erste den A... in der Hose ihn darauf anzusprechen. Da es vorher nie Beschwerden gab denkt der sich auch "Die spinnt doch, ich wüßte doch wohl wenn ich eine Erbkrankheit in der Linie hätte..."
Würde jeder, wirklich jeder Welpenkäufer mit sowas sofort zu seinem Züchter und im Zweifelsfall zum Verband gehen, so wie du es getan hast, würden sie ständig mit der Nase auf das Problem gestoßen und könnten es schlecht weiterhin ignorieren.
Bei wirklich renitenten und ignoranten Exemplaren könnte sich die neue Gesetzliche Gewährleistung endlich mal als nützlich erweisen "Beschädigte Ware! Ich will Schadensersatz!" Man müßte die Erbkrankheit blos als versteckten Mangel deklarieren.
Wenn ihm auch nur jeder 2. mit einem kranken Hund an sein liebstes, sprich sein Geld, will überlegt er sich das vielleicht nochmal.
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Ich mich aberZitat von AleaNexus Beitrag anzeigenIch sehe mich nicht als Don Quichotte...
Für jedes Positive Beispiel das man bringt kommt jemand mit einem schlechten Beispiel.
Klar wurde deine kranke Hündin von der Zucht ausgeschlossen, anders wäre es ja noch schlimmer, und natürlich wäre es besser die Linie würde nicht oder nur mit Auflagen weiter geführt.
Trotzdem sollte man immer dem Züchter Rückmeldung über sowas geben, es gibt ja genug die es interessiert und die die richtigen Schlüsse daraus ziehen. (ich gehe ja schwer davon aus du von diesem Züchter keinen Welpen mehr nimmst, kann also nur besser werden
)
Ich bestreite ja garnicht das es schwarze Schafe gibt und das viel zu viele, aber trotzdem sollte man daraus eben nicht den Schluß ziehen das alle so sind.
Die Mühlen mahlen einfach viel zu langsam bei sowas, da menschelt es einfach zu sehr.
Und je mehr eilte Pfauen in einem Verband sind desto schwieriger wird das.
Jetzt haut mich nicht, ich kann mir vorstellen das die Mentalität der Züchter des schweizer weißen Schäferhundes einfach eine andere ist. Wer erst mühevoll um Rasseanerkennung gestritten hat ist vielleicht noch sensibler als die 'Hamm wir immer so gemacht' Fraktion beim Deutschen Schäfer.
Natürlich sind nicht alle so.
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Beim schweizer weißen Schäferhund ist man da schon weiter. Es werden bestimmte Erbkrankheiten als zuchtausschließend gewertet und die Untersuchung ist Voraussetzung für eine Zuchtzulassung.
Was mich einfach so ärgert, ist die Tatsache, dass viele Erbkrankheiten als solche identifiziert und nachweisbar sind und trotzdem von Rassezuchtverbänden nicht als Kriterium für eine Zuchttauglichkeit herangezogen werden.
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