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DRINGEND Daumenkralle

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  • esprit
    antwortet
    Zitat von Sietha Beitrag anzeigen
    Danke für Deine Stellungnahme, Steffen.

    Der ich mich anschließe! Ich habe so oft versucht, das Thema ohne kochende Emotionen und vorgefaßte Meinungen zu behandeln. Vergeblich....
    Inzwischen ist es zu einer Hexenjagd ohnegleichen verkommen, da bringt es nichts mehr, sich noch zu äußern.
    Da du aber offensichtlich neutral eingestellt nachfragst:
    den Welpen wird der Daumen gleich nach der Geburt und nicht erst 4 Tage später entfernt. jedenfalls ließe ich das dann nicht mehr machen. Ich habe es selbst 2 x bei Würfen aus meiner Hündin miterlebt: Der TA kam ins Haus, hat sich erst mal Mütterlein angesehen, dann die Welpen und dann -im Beisein der völlig entspannten Hündin- den Welpen die Kralle entfernt und anschließend verödet. KEINER der Welpen, wie gesagt, erst einige Stunden alt, hat auch nur einem Mucks von sich gegeben und nach dem Zurücklegen gleich weiter genuckelt. Jeder, der schon einmal einen Wurf gezogen hat, weiss, wie sensibel die Mütter auf Unmutsäußerungen ihrer Welpen reagieren!

    Niemand, außer dem Betroffenen selbst kennt dessen Schmerzempfinden. Dieses wird seitens der Tierärzteschaft aber als akzeptabel eingeschätzt und in dem Abwägungsprozess der tierärztlichen Indikation hingenommen. Einen 1 Tag alten Welpen KANN man nicht narkotisieren, sonst täte der TA es und ich wüßte nicht, warum ich das dann nicht auch wünschen würde.

    Nach dem Gesetz versteht man unter "tierärztlicher Indikation den Grund oder Umstand, eine bestimmte tä Maßnahme durchzuführen, die nach Abschätzen des möglichen Nutzens oder Risikos für den Patienten sinnvoll erscheint, um Schaden, Leiden und Schmerzen von ihm abzuwenden. Dabei können Eingriffe auch prophylaktisch geboten sein, dh vorbeugend der Vermeidung von anderweitig absehbaren Beeinträchtigungen des Wohlbefindens oder von Bedrohungen des Lebens des Tieres dienen."
    "Zur Indikation von Vorbeugemaßnahmen sind die Umwelteinflüsse einzubeziehen, die sich der Steuerung durch die Beteiligten entziehen"
    "Dabei kann es aber sein, das bei Eingriffen nach tä Indikation zunächst oftmals Schmerzen in Kauf genommen werden müssen, um LANGFRISTIG Schmerzen und Leiden zu vermeiden"


    die ganze Kommentierung geht noch weiter und ist sehr ausführlich gehalten, sagt auch, dass der Begriff der tä Indikation nicht überdehnt werden sollte, zB. weil man zu bequem ist, oder einfach einen bestimmten Wunsch hegt (hier wird das flugunfähigmachen von Stubenvögeln exemplarisch genannt)

    und ganz eindeutig wird verneint, dass wegen eines bestehenden Rassestandards ein Eingriff vorgenommen werden darf!!

    Die Daumenentfernung bei den Windhunden war niemals eine Forderung des Rassestandards oder Schönheitsideal, ob Daumen oder nicht, das hat keinen Einfluss auf die Wertnote und richterliche Beurteilung des Hundes.

    Natürlich kann niemand voraussagen, ob sich ein daumenbehafteter Hund jemals verletzen wird, aber ebenso kann niemand garantieren, dass er es nicht doch tut. Und eine möglicherweise notwendige Entfernung im Erwachsennenalter ist eine reine Horrormaßnahme für den Hund, sehr schmerzhaft, sehr schlecht heilend und für manchen schon fast traumatisierend, wenn er immer wieder zum Verbinden seine Pfoten hinhalten muss. Ganz plastisch hat das jemand im Schnauzer-Pinscher-forum geschildert!
    aus diesen Gründen und den vielen Daumenverletzungen, die ich bei meinen zahlreichen Coursings schon miterlebt habe, nicht zuletzt aufgrund der früheren Erfahrungen anderer langjähriger Windhundhalter und auch wegen der von mir selbst miterlebten und den Welpen weniger belastenden Amputation gleich nach der Geburt, werde ich diese zulässige, gesetzeskonforme Amputation durch meinen TA weiterhin vornehmen lassen. Ich bin es meinen Hunden einfach schuldig. So wie die Fütterung mit artgerechter Kost, rassetypischer Beschäftigung, geringer chemischer Belastung, familienintegrierter Haltung und Aufzucht, umweltkompatibler Erziehung, bestmöglicher Welpenkäufer......

    jeder, der sich für das Thema interessiert, kann mir gerne weiter Löcher in den Bauch fragen, Provokationen und vermeintlicher Diskussionsbedarf seitens der militanten "Daumem-dran-Fraktion" bleiben unbeantwortet, gegen eine vorgefaßte Meinung, grottenschlechte Recherche, reißerische Horror-Videos und Hinwegfegen von Fakten kommt man sowieso nicht an

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  • Schinken
    antwortet
    Zitat von Parpar Beitrag anzeigen
    Für mich stellt sich immer noch die Frage warum, wenn es im Einzelfall gemacht werden muss, man den Hund nicht wenigstens örtlich betäubt.
    Dort ist kein Fettgewebe- da wirkt eine örtliche Betäubung nicht.

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  • Ferdl
    antwortet
    Schade, daß es Leute gibt, die ihren Hunden so was antun. Das sollten man mal bei denen selber machen.
    Absolut tierschutzwidrig, anzeigen müsste man hier sowohl TA als auch Halter.
    Aber wie so oft, wo kein Kläger, da kein Richter.
    Auch ich finde das abscheulich

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  • hippe
    antwortet
    @ monCheri: Ich würde es sehr schade finden, wenn der Thread hier jetzt auch noch ins Polemische abdriftet und geschlossen werden müsste


    Mir als - zugegebenermaßen - Außenstehenem leuchten die Argumente derjenigen Whippethalter mehr ein, die der erhöhten Verletzungsgefahr bei Rennen mit dem Bandagieren äußerst erfolgreich begegnen.
    Seitens der Amputations-Beführworter habe ich dagegen keine für mich stichhaltige Argumente gefunden. Im Einzelfall sicherlich, aber das prophylaktische "Abknipsen" der Daumenkrallen ganzer Würfe? Nein. Und schon gar nicht ohne Betäubung.

    Und ich behalte mir außerdem vor, mich auch für m. E. tierschutzrelevante Themen zu engagieren wenn ich meine, ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt läge vor. Und das nicht nur bei Nutztieren.

    Meiner Erfahrung nach, kann man durchaus von der Meinung Außenstehender profitieren, denn ihnen ist manchmal eine objektivere Sicht möglich als einem selbst, wenn man zu dicht an dem Thema dran ist.

    Was ich auch nicht verstehe, Steffen: so lange hast Du doch auch noch keine Erfahrung mit Whippets, oder? Dein erster Wurf ist doch gerade erst einmal drei Jahre alt? Hast Du einen Wurf zum Vergleich mit intakten Pfoten groß gezogen? Woher nimmst Du diese Sicherheit, das Richtige zu tun? Das interessiert mich wirklich.

    Gruß,
    Rena

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  • Insider
    antwortet
    Wenn es im Einzelfall(!) gemacht werden muss, muss der Hund eine Betäubung bekommen:

    §5 (1) TSchG: An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden.


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  • gabydux
    antwortet
    Ich muß dazu sagen, meinem Dux wurde im Alter von knapp 12 Jahren eine Daumenkralle amputiert....er hatte massive Krallenbettentzündungen, die einfach nicht abheilen wollten und den am schlimmsten betroffenen Daumen hat man dann amputiert und eingeschickt.

    Ja, es war ne OP unter Vollnarkose. Und, der Knochen war von der Entzündung vom Krallenbein her schon angegriffen.

    Trotzdem, sobald er die Narkose völlig überstanden hatte (dauert bei nem alten Hund ja etwas länger), war er schmerzfrei, die Wunde heilte trotz entzündlicher Vorgänge schnell und unkompliziert, ne Woche später wurden die Fäden gezogen und da war alles schon fast komplett verheilt.

    Also sooo ein massiv großer Eingriff ist das nicht, nicht mal bei nem alten Hund.....

    Bei Festus stehen die Daumenkrallen ziemlich kampfhahn-mäßig ab, er hat sich bisher aber noch nie verletzt - trotz Freilauf, trotz Schutzdienst, trotz Klettern über Hürden, Springen durchs Unterholz, waghalsigen Verfolgungsjagden, reinbrettern in Zäune, umrennen (naja, es blieb beim Versuch) von Bäumen und und und.
    Sicher, lange nicht so schnell wie nen Whippet, aber mit oft genug mit vollem Daumeneinsatz (gerade beim Schutzdienst!), dem zurückbleibenden Dreck an der Kralle nach Freilauf zu urteilen....

    Also das sind jetzt nur meine Erfahrungen - aber zählen ja nicht, da kein Whippet.....sorry, ich kann sonst nur noch mit ner Fußhupe dienen....

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  • Laila
    antwortet
    Zitat von Parpar Beitrag anzeigen
    im Einzelfall gemacht werden muss, man den Hund nicht wenigstens örtlich betäubt.
    Und sich steril macht, um Infektionen zu vermeiden? Ich hoffe doch mal, die anwesenden Befürworter können sich zumindest sterile Handschuhe und steriles Besteck leisten? Und ein wirksames Desinfektionsmittel, statt Alkohol? Bzw. einen Arzt aufsuchen, der über diese Dinge verfügt? Es ist ja schon makaber, in diesem Video wird der Tisch vor Verschmutzungen geschützt, aber der Welpe mit unsterilem Catgut genäht. Nenne ich nicht gerade "lege artis".

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  • monCheri
    antwortet
    Baaah! Ist das ekelhaft!
    Ich verstehe die ganze Diskussion um´s FÜR überhaupt nicht!
    Jeder, der das befürwortet, sollte sich meiner Meinung nach mal ohne Betäubung einen Fingernagel abziehen lassen! Viel Spaß

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  • Parpar
    antwortet
    Für mich stellt sich immer noch die Frage warum, wenn es im Einzelfall gemacht werden muss, man den Hund nicht wenigstens örtlich betäubt.

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Und da siehst Du KEINE Schmerzäußerung? Also jeder, der mal einen Wurf Welpen aufgezogen hat, kennt diese Tonlage.....

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  • Bocalinos
    antwortet
    Genau so wie man auf diesem schrecklichen Video sieht hat mir mein TA gesagt, dass es gemacht werden MUSS, denn einen so kleinen Welpen könne man noch nicht schmerzunempfindlich machen.

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  • Steffen
    antwortet
    Zitat von Sietha Beitrag anzeigen

    Kennst Du zufällig eins davon, in dem es ähnlich abläuft wie bei Deinen Hunden?

    Hier!

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  • gabydux
    antwortet
    Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Jedem Thema kann man durch falsche Darstellung und Negativbeispiele einen bitteren Touch verleihen. Das war so bei den "Kampfhunden" und ist auch so bei diesem Thema.
    Wenn du dich für oder gegen eine Sache einsetzen willst, musst du diese Sache genau kennen und dich nicht auf Aussagen Dritter berufen. Frag doch mal die "Daumen-Fraktion" nach ihren tatsächlichen Erfahrungen auf diesem Gebiet.
    Nun ja, da gibt es ja nun wirklich einige, schau Dir doch nur mal flitzepfoten.de an. Außerdem wurden hier einige Seiten von Whippetzüchtern genannt, welche die Daumen dran lassen und sich auch gegen das Kupieren aussprechen, ich denke mal, dass die nun wirklich genug Erfahrung haben dürften.

    Ich denke also, es gibt genug dokumentierte Erfahrungsnachweise mit intakten Daumen bei Whippets, von Züchtern und Haltern, die sich teilweise seit Jahrzehnten mit der Rasse beschäftigen - und die Daumen dran lassen. Beispiele wären hier druantia, superflys, ghan buri ghan, almansors, eurostars, koseilatas - und noch viele mehr.....


    Was die falsche Darstellung betrifft - es geht schlicht und ergreifend um die Behauptung, dass es erlaubt ist, präventiv die Daumenkrallen bei Saugwelpen ohne Betäubung zu entfernen.

    Das ist es nicht - nicht laut Tierschutzgesetz und auch nicht laut Kommentaren zum Tierschutzgesetz von Kluge/Hartung und Lorz.

    Lediglich zu den Wolfskrallen ist eindeutig geschrieben, dass hier eine präventive Entfernung sinnvoll sein KANN. Ansonsten schreibt Hartung, gilt das Amputationsverbot UMFASSEND.

    Ganz im Gegenteil wird im Kommentar sogar eindeutig davon gesprochen, wie eine medizinische/tierärztliche Indikation auszusehen hat, nämlich auf den Einzelfall bezogen und dass gleichzeitig zu prüfen ist, ob auch andere Maßnahmen geeignet sind, um eventuell befürchtete Verletzungen zu vermeiden.

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  • Sietha
    antwortet
    Danke für Deine Stellungnahme, Steffen.

    Jedem Thema kann man durch falsche Darstellung und Negativbeispiele einen bitteren Touch verleihen
    Ja das ist mir bewusst.., auch aus eigener Erfahrung im Tierschutz.

    Auf Youtube gibt es noch andere Videos zu diesem Thema. Guck dir die mal an!
    Kennst Du zufällig eins davon, in dem es ähnlich abläuft wie bei Deinen Hunden?

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  • Steffen
    antwortet
    Zitat von Sietha Beitrag anzeigen
    Nun allerdings nach dem Video und aufgrund der Tatsache, dass sich von den Befürworten seltsamerweise niemand dazu äussert, ziehe ich andere Schlüsse...

    Wirklich traurig...
    Also ich (und ich denke auch Brigitte) finde das Video ähnlich furchtbar wie du.
    Das, was dort zu sehen ist, entspricht nicht der tatsächlichen Vorgehensweise. Auf Youtube gibt es noch andere Videos zu diesem Thema. Guck dir die mal an!

    Jedem Thema kann man durch falsche Darstellung und Negativbeispiele einen bitteren Touch verleihen. Das war so bei den "Kampfhunden" und ist auch so bei diesem Thema.
    Wenn du dich für oder gegen eine Sache einsetzen willst, musst du diese Sache genau kennen und dich nicht auf Aussagen Dritter berufen. Frag doch mal die "Daumen-Fraktion" nach ihren tatsächlichen Erfahrungen auf diesem Gebiet.

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