Jeder hat ein anderes Weltbild.
Ich glaube,z.B.,nicht,daß irgendwo irgendwer von einer "höheren Macht" Aufgaben zugeteilt bekommt.
Die Pflicht,für eine bestmögliche Lebensqualität meiner Hunde zu sorgen,ergibt sich im Augenblick der Anschaffung.
Gerät mein Hund in die Lage,meine emotionalen Defizite und psychischen Probleme ausgleichen zu sollen/zu müssen,ist das nicht seine Aufgabe,sondern ein Resultat meiner Lebensumstände.
Genauso wie ich das Pech haben kann-oder mich bewußt dafür entscheide,an einen chronisch kranken oder schwierigen Hund zu geraten,besteht für Hunde die Möglichkeit,bei einem einsamen oder labilen Hundehalter zu landen.
Mit "Aufgaben" hat für mich weder das eine noch das andere zu tun.
Ankündigung
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Keine Ankündigung bisher.
Verdacht auf Enzephalitis ... furchtbar
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Ein Gast antwortete
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heute hat mir jemand im Job gesagt, er wäre froh, wenn sein Hundethema sich erledigen würde. Er müsse den alten Hund immer noch ständig in eine Pension geben wg Urlaub, Dienstreisen usw., er hätte ihn schon längst abgegeben, wenn die Kinder nicht wären.
Als ich das hörte dachte ich: "Mir wird der Hund entrissen, und andere wollen ihre gar nicht"
Ich hätte Tsu niemals in fremde Hände oder sonstwohin gegeben, aber ich durfte sie nicht behalten. Man kann das irgendwie nicht verstehen
Ich weiß nicht, wie das ist mit den Aufgaben.
Bei Cyrus denke ich wirklich oft, dass er eine Aufgabe hat, die mich betrifft .. und die hat was mit Medizin zu tun, denn es ist eindeutig er, der mich durch seine Krankheit sehr vieles neu gelehrt hat.
Aber Tsu? ... sie war einfach mein kleiner Gückskeks.
Vielleicht war ihre Aufgabe einfach nur, mich zu retten vor schlimmen Depressionen. Aber dann hätte sie nicht jetzt gehen dürfen ...
Vor längerer Zeit, als wir noch gar nichts von einer Krankheit ahnten, sagte ich immer, jeder Tag ist jetzt 1 Tag weniger bis zu ihrem Tod. Denn ein Hund mit 11 Jahren hat ja nicht mehr wahrscheinlich viel Zeit. Dass es dann so schnell ging ...
LG
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Ein Gast antwortete...was ich persönlich auch tun würde.Zitat von Cyrus Beitrag anzeigen
Es könnte sein, dass sie auf eine Maximaltherapie verzichtet und ihren Hund eher gehen lässt, um ihm das zu ersparen. Ich habe das so aus den Zwischentönen vernommen, bin mir aber nicht sicher.
LG
Ich halte mich immer gern an die Aussage eines von mir sehr geschätzten TAs:
Nicht alles,was machbar ist,ist auch gut...
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Genau in der Situation bin ich mit meinen beiden ja auch ...Von meinen Beiden hab ich schon den Abschied "üben" müssen.....ich habe keine Ahnung, wie ich es bewältigen werde wenn es soweit ist.....aber beide sind im "Zugaben-Teil" ihres Lebens...ob mir das ein Trost sein wird?
Yenni ist ja "austherapiert" lt. TA und Tiffy mit ihren 12 3/4 Jahren ist schon für einen Leonberger alt wie Methusalem ...
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Hallo,
...ich teile Waltrauds und Julias Gedanken......und mir sprang Waltrauds Signatur als so passend ins Auge.
Das Leben kann so hart und ungerecht sein.....aber ich glaube an "Aufgaben" von Mensch und Tier...an diesen wachsen wir...jedes Mal, auch wenn wir meinen zu verzweifeln...
Meine Gedanken sind bei Dir Michaela....und bei dem kleinen Jungen und seiner Familie- auch ich wüsste nicht, wie man eine solchen "Aufgabe" bewältigen sollte..
Ganz liebe Grüße von Barbara mit Morris, Lenny und Izzy
PS: Ich denke bei Michaelas und Tsu "Schicksal" schon die ganze Zeit, dass es vielleicht doch auch ein "Gutes" hat, zwei kranke Hunde ala Cyrus zu haben.Von meinen Beiden hab ich schon den Abschied "üben" müssen.....ich habe keine Ahnung, wie ich es bewältigen werde wenn es soweit ist.....aber beide sind im "Zugaben-Teil" ihres Lebens...ob mir das ein Trost sein wird?
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Hallo Michaela,Zitat von Cyrus Beitrag anzeigen...sie musste in vielem zurück stecken, auch weil Cyrus durch seine Krankheit einiges nicht mehr ermöglicht hat.....Wir konnte nicht mehr ans Meer fahren...
Ich dachte immer, wenn Cyrus mal gestorben ist, dann steht sie im Mittelpunkt und wir können auch wieder viel mehr machen.
ein ganz verrückter Gedanke ging mir beim Lesen dieser Sätze durch den Kopf:
Tsu muss jetzt nicht mehr verzichten. Egal woran du glauben kannst, ob an eine Existenz im Jenseits oder auch an Wiedergeburt. Tsu kann im Regenbogenland rumflitzen - und da ist bestimmt auch ein Meer und nicht nur Wiesen. Oder sie sucht sich irgendwann eine neue Aufgabe hier auf Erden und lebt dann bei Menschen, die sie genauso lieben wie du, aber bessere Möglichkeiten haben, sich um sie zu kümmern.
Im Buddhismus glaubt man ja an die Wiedergeburt. Aber auch daran, dass sich die Seelen ihre Leben hier auf Erden aussuchen, je nach dem welche Entwicklung/Erfahrung die Seele jetzt machen soll/will.
Können sich so viele Menschen, die dieser Lehre folgen irren?
Wenn es wirklich so ist, dann hätte sich Tsu ihr Leben bei dir mit allem scheinbaren Verzicht ausgesucht. Dafür wurde sie aber unendlich geliebt.
Ein anderer Gedanke war: was wenn Tsu "gespürt" hat, dass du in Zukunft noch mehr Kraft für Cyrus brauchst und ist gegangen, um dir das Leid der Zerissenheit, der Konflikte zu ersparen. Und das klingt jetzt vielleicht hart: aber wenn Cyrus irgendwann gegangen ist, wie alt und wie fit wäre Tsu dann noch gewesen? Die Schuldgefühle wären in etwa die selben. Du wärst immer mit dem Gefühl etwas wichtiges bei Tsu versäumt zu haben durchs Leben gegangen.
Sorry, ich kann es einfach nicht lassen, in allem einen Sinn zu suchen
......auch wenn es sinnlos ist.
Es ist blöd, so etwas schwarz auf weiß rüber zu bringen. Normalerweise begleite ich Menschen in stundenlangen Gesprächen durch diese Zeiten.
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Die HAlterin kennt ja nun das Risiko der Diagnose,Zitat von feenstaub Beitrag anzeigenIch möchte dir mit der Frage nicht zu nahe treten, aber hat die Schwester deiner Tsu eine Chance? Kannst du ihr mit deinem, leider jetzt tragischen Wissen helfen, oder ist das ein aussichtsloser Kampf?
Man fragt sich ja immer nach dem Sinn.
sie kann jetzt nach einer ausreichenden Diagnose versuchen, eine frühzeitige Hoichdosiscortisontherapie zu starten und ggf. über Chemotherapie zu ergänzen. Diese Entscheidung liegt jetzt bei ihr,
wenn sie frühzeitig beginnt, ist die Chance von Tsunamis Schwester ggf. höher noch etwas länger zu überleben.
Inwiefern das möglich ist, ist allerding von dem Befallmuster des Hirns abhängig. Ein diffuser Verlauf mit Hirnstammbeteiligung, wie bei Tsu, ist leider infaust und hat keine lange Überlebensprognose
Ob Tsunamis Schwester wirklich sicher diese Krankheit hat, weiß ja niemand. es müsste per Differentialdiagnose ausgeschlossen werden, wenn man kein MRT macht, dass es nicht ggf. doch was anderes ist, bevor man mit einer Chemo anfängt.
Die Entscheidung liegt bei der Halterin, ich weiß nicht was sie macht.
Es könnte sein, dass sie auf eine Maximaltherapie verzichtet und ihren Hund eher gehen lässt, um ihm das zu ersparen. Ich habe das so aus den Zwischentönen vernommen, bin mir aber nicht sicher.
LG
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Hallo,
Danke Julia
Katharina, ich fühle mich besser, wenn ich keine Schuldgefühle spüre. Aus meinen Gesprächen mit vielen anderen in den letzten Tagen höre ich, dass alle irgendwelche Schuldgefühle haben ... egal ob Hund oder Mensch ... im Wesentlichen sind es die verlorenen Gelegenheiten, gemeinsamen Zeiten, Versäumnisse, die Gefühle, nicht genug da gewesen zu sein, nicht alles gesagt zu haben usw.
Aufgrund meiner Arbeit habe ich diese Schuldgefühle auch oft schon zu ihren Lebzeiten gehabt. Diese Schuldgefühle habe ich bei Cyrus z.B. gar nicht, weil ich für ihn wirklich ALLES getan habe. Er lebt ja nur noch meinetwegen. Ohne mich, wäre er schon mindestens 4 mal gestorben. Er lebt ja fst Lebenszeit, die er gar nicht mehr haben dürfte.
Bei Tsu hatte ich diese Chance nicht einmal,
sie musste in vielem zurück stecken, auch weil Cyrus durch seine Krankheit einiges nicht mehr ermöglicht hat. Wir konnte nicht mehr ans Meer fahren, weil er dann zu bestimmten Zeiten nicht gesund genug war oder weil es mit seiner Epilepsie einfach alles zu kompliziert war, dass wir es gelassen haben. Tsu hat hierdurch auch verzichten müssen. Das ist etwas, was mir so unendlich leid tut für sie. Ich dachte immer, wenn Cyrus mal gestorben ist, dann steht sie im Mittelpunkt und wir können auch wieder viel mehr machen. Aber ich konnte Cyrus nicht für einen Urlaub alleine lassen ... es schwingt bei einem so kranken Hund ja immer die Angst mit, dass man weg ist, und ausgerechnet dann stirbt er und man ist nicht da gewesen ... das wollte ich niemals erleben.
Es ist alles nicht so gekommen, wie man immer erwartete.
Cyrus hat 7 Leben, Tsu hatte nur das eine ... dafür war sie immer gesund, während Cyrus schon seit seinem 5,5 Lj. krank ist.
Gestern Abend rief mich ein Freund an, ich war so traurig wg Tsu ... da berichtet er mir, dass sein kleiner Sohn eine schreckliche Diagnose bekommen hat und unheilbar erkrankt ist. Es ist davon auszugehen, dass er nicht älter als 6 J alt werden wird. Es gibt keine wirksame Therapie. Das Kind wird langsam, schrittweise sterben, irgendwann gelähmt sein, Krampfanfälle bekommen, Infektionen erleiden ... furchtbar!!!!
Ich weiß gar nicht, wie man damit als Eltern leben kann ...



Das zu hören macht den eigenen Schmerz so klein, obwohl jeder seinen eigenen Schmerz spürt und erleidet.
Das Leben ist nicht gerecht!!!!
LG
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Ich möchte dir mit der Frage nicht zu nahe treten, aber hat die Schwester deiner Tsu eine Chance? Kannst du ihr mit deinem, leider jetzt tragischen Wissen helfen, oder ist das ein aussichtsloser Kampf?Zitat von Cyrus Beitrag anzeigenDanke Hannah.
Wir hatten offensichtlich was Tsunamis Erkrankung betrifft wirklich gar keine Chance
Ich habe eben mit einer mir bekannten Halterin einer von Tsunamis Vollschwestern telefoniert, um ihr von der traurigen Nachricht zu berichten und auch um von ihr zu erfahren, wie es denn Tsunamis Schwester geht, ob sie noch lebt usw. Die Halterin hörte sich den traurigen Verlauf an und sagte plötzlich "ich bin Dir so dankbar für Deinen Anruf, endlich weiß ich, was mit meinem Mops los ist". Tsunamis Schwester hat fast exakt die gleichen Symptome ... sogar das Glaukom unbekannter Ursache auf dem linken Auge mit der Entwicklung einer Katarakt ist gleich.
Sie hat dazu seit etwa 1 Jahr ähnliche, seltene auftretende Hustensymptome, wie Tsu sie auch selten mal hatte. Wie wir ja aus den Untersuchungen heute wissen, kamen die über den langsam fortschreitenden Megaösophagus. Sie dachte, genau wie wir, es ist eben die ältere Mopslunge und ihre Hündin hat auch immer davor schon sehr geröchelt. Tsu`s Schwester hat seit 1 Jahr auch öfter kleine neurologische Auffälligkeiten, wie ich sie exakt bei Tsu beobachtet hatte. Tsu hatte mal vor eine 3/4 Jahr ein nächtliches Ereignis, da sprang sie aus dem Schlaf hoch, reckte sich und schrie dabei so komisch, dass ich dachte, sie krampft gleich. Aber dann war alles wieder völig normal und ich dachte, sie hätte sich irgendwie verlegt. Danach war ja auch lange nichts mehr. Fast exakt gleich war das auch bei ihrer Schwester vor 1 Jahr. Darauf folgten ein paar synkopenartige Aussetzer, so wie ich es auch vor 2 Wochen Mittwochnacht beobachten musste. Die Schwester hat sich davon auch eigentlich ganz gut immer schnell erholt und bekommt die üblichen hirndurchblutungssteigernden Medikamente. Aber kürzlich hat sie angefangen in den Hinterläufen unsicher zu werden, sie steht nicht mehr gut und wankt und wackelt .... beginnende Koordinationsstörungen und auch tw. Probleme mit dem Schließmuskel
Man kann das hier gar nicht alles wieder geben, wir konnten uns die Symptome unserer Hunde fast gegenseitig erzählen.
Bislang dachte die andere Halterin, das ist eben beim alten Mops so ... ihr Schwager ist TA, der hatte auch keine andere Idee dazu.
Aber ganz offensichtlich tragen die Hunde dieses Wurfs eine genetische Veranlagung für eine autoimmune Meningoenzephalitis, die sehr schleichend beginnt und in gleichem Alter auftritt.
Man fragt sich ja immer nach dem Sinn.
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Ein Gast antworteteIn einem meiner zahlreichen Trauerbücher, ich glaube, in dem von Clarissa v. Reinhard, steht, dass die Schuldgefühle wichtig sind. Sie helfen einem bei der Abnabelung. Ich weiß zwar nicht, warum das so ist. Aber ich halte es zumindest für möglich. Sie sind also wohl nicht etwas ganz und gar Sinnloses.
Hab viel Kraft, Michaela!
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Eine virtuelle Umarmung von hier aus der Ferne mal rüber schick. Schön, daß Du das Gespräch suchen konntest und ihr zusammen in Ruhe mit etwas Abstand den Therapieverlauf noch einmal durchgehen konntet.
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Hallo,Zitat von feenstaub Beitrag anzeigenOh Gott Michaela, ich hab jetzt alles gelesen und Rotz und Wasser geheult. Ich hab viel Hilfe von dir in den Lymphom- Therapie-Tagebüchern erfahren. Leider hat es meine Tessa auch nicht geschafft, wie so viele. Durch deine Trauer lebt meine wieder richtig auf. Ich habe auch ständig nach Tessa "geschrien", ich wollte sie wieder haben oder wissen wo sie ist. Es ist jetzt über 1 Jahr her und ich vermisse sie nach wie vor schrecklich. Ich kann alle deine Empfindungen fast körperlich spüren.
Mich hat die Arbeit abgelenkt und die Zeit macht alles erträglicher, aber ich habe auch noch nichts gefunden, was es mir leichter macht. Die Zeit heilt keine Wunden! Versuche bitte etwas zu essen und schreibe einfach hier weiter. Ich bin unglaublich beeindruckt, wie man hier wahrgenommen wird und wie hilfreich das sein kann.
ja leider sind auch meine Hunde nicht unsterblich, auch wenn ich sehr geneigt war, das wider die Natur, zu glauben.
Cyrus strotzt allen Todesgefahren, die sich medizinisch behandeln lassen und Tsu schien immer so gesund und immer noch so fit.
Aber sie ist nun trotzdem tot ...
Ich weiß das noch, mit Deinem Hund ... es ist immer tragisch, wenn man kämpft und sie schaffen es dann doch nicht. Die enttäuschte Hoffnung tut wirklich zusätzlich weh.
Ich werde Tsu auch ewig vermissen.
Unsere Hunde sind uns eben unersätzlich geworden, das ist auch schön so, aber diese Unwiederbringlichkeit einer wunderbaren Zeit ist extrem schmerzhaft

Ich gehe kleine Schritte vor und auch wieder zurück.
Ich suche überall Hilfe, um damit fertig zu werden, um zu verstehen, was eigentlich passiert ist ... und auch das bringt dann Hilfe.
Ich habe heute mit einem neurologischen Intensivmediziner das Gespräch gesucht, weil ich mich so wegen ihres dramatischen Verlaufs so gräme. Ich berichtete ihm von der Diagnose und dem Zustand nach dem MRT usw. und dass sie überraschend während der Infusion starb und ich dabeben stand und hilf- und machtlos mitansehen musste, dass .....
Ich brauchte einfach die Stellungnahme eines Fachmanns, der mit Enzephalitisnotfällen wesentlich mehr Erfahrung hat, als ich.
Er erklärte mir, dass Enzephalitispatienten ein hohes Risiko nach Narkose haben, dass der Hirndruck sehr viel stärker ansteigt durch die Toxizität der Narkotika. Soweit war mir das klar .... aber wir brauchten das MRT ja, um die Frage zu klären, ob Tumor oder Therapieoption.
Er erklärte mir weiter, dass bei fortgeschrittenen Meningoenzephalitiden der Organismus als Gegenwehr gegen den hohen Hirndruck , alles unternimmt, um den Druck niedrig zu halten ... er trinkt nicht mehr und scheidet alles an Wasser aus, was er ausscheiden kann. Der Patient fährt sich physiologisch gesteuert sozusagen "trocken", um das Hirn zu schützen. Das war bei Tsu auch so, sie produzierte hohe Urinmengen und erbrach alles an Flüssigkeit, was ich mit kleinen 2 ml Spritzen oral in sie eintröpfelte. Sie nahm nichts an und hatte auch keinen Durst.
Bei einer durch das Reguationssystem gesteuerten Dehydratation rettet ein Patient mit Hirnentzündung zwar sein Hirn ... kurzzeitig, aber im weiteren Verlauf geht das Herzkreislaufsystem in die Knie und die Durchblutung aller Organe wird reduziert, auch die des Hirns und des Herzens. Elektrolytstörungen kommen dazu ... der Patient stirbt.
Das war auch bei Tsu der Moment, wo eine Infusion erforderlich wurde .... aber dabei verstarb sie dann doch, weil das Hirn bei der vorhandenen Schrankenstörung leider dann schnell ödematös anschwellte
... was dann auch den sehr raschen Tod bedingte.
Der Kollege meinte zu mir, bei diesen Hirn-Patienten hat man oft leider gar keine Chance mehr. Er hat das elber sehr oft erleben müssen, dass man sinnlos versucht zu retten, was nicht gerettet werden kann. Um den Patienten retten zu wollen, könnte man oft nur Maßnahmen ergreifen, die ihn am Ende doch töten.
Es ist davon auszugehen, dass Tsu leider einen ähnlich tragischen, frustranen Verlauf genommen hat ... es macht für mich im Ergebnis nichts besser, ausser dass ich hoffen kann, dass wir nichts mehr richtig machen konnten, weil die Krankheit uns die Chance nicht gelassen hst.
Ich brauchte diese Fachbeurteilung heute einfach ... meine immer wiederkehrenden Gedanken um "hätte hätte hätte ... " ... es ist furchtbar sich das immer wieder zu fragen und auch selber vorzuwerfen ... diese Selbstzweifel und Gewissensbisse, alles falsch entschieden zu haben.
Gestern Nacht war es so schlimm ... ich habe jetzt etwas mehr Ruhe, auch wenn es trotzdem schlimme Bilder bleiben.
LG
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Ich danke Dir für Deine lieben Worte,Zitat von Lotta2011 Beitrag anzeigenIch kenne dich nicht, aber seit ich dass hier alles gelesen habe, denke ich ständig an Dich und frag mich wie es dir wohl gerade gehen mag.
Es ist sehr berührend und sympathisch wie offen Du über Deine Trauer schreibst.
Ich schicke Dir liebe mitfühlende Grüße.
Ach ja, und Essen musst Du unbedingt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.
Zwing dich! Als mein Vater starb konnte ich auch nichts mehr essen und mir ging es dadurch immer schlechter und schlechter...
In USA ist es Brauch dass die Nachbarn ins Trauerhaus Essen bringen, das fand ich früher immer total absurd.....
Das sehe ich mittlerweile anders.
ich muss über meine Trauer reden, ich hoffe auch, ich kann sie so besser verarbeiten.
Es geht mir sehr wechselhaft, wenn ich denke es geht ein Stück aufwärts, bricht es hinten wieder ein.
Ich habe eben auch etwas gegessen, ich hatte sogar etwas Hunger.
Anfangs hätte man mich aber zwangsernähren müssen, ich hätte nie etwas essen können. Am Freitag habe ich mich schlimm erbrechen müssen ... ich stand unter Schock und alles ist durcheinander geraten. Es war einfach zu schlimm.
Langsam ist der Köprer aber so ausgezehrt, dass er sich doch meldet. es ist erstaunlich, wieviel Energie man im Stress aus den eigenen Reserven mobilisieren kann, ohen tagelang Hunger zu bekommen.
Ich fühle mich Zuhause am wohlsten und habe auch die Hoffnung, dass Tsu, wenn das überhaupt geht, am ehesten hier bei uns ist. Das gibt mir dann doch etwas mehr Ruhe. Wenn ich ihre Kerze brennen sehe ... ich mümmel mich in unsere Decke ein, an manchen Stellen riecht sie noch nach ihr ... das ist einfach schön.
LG
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Oh Gott Michaela, ich hab jetzt alles gelesen und Rotz und Wasser geheult. Ich hab viel Hilfe von dir in den Lymphom- Therapie-Tagebüchern erfahren. Leider hat es meine Tessa auch nicht geschafft, wie so viele. Durch deine Trauer lebt meine wieder richtig auf. Ich habe auch ständig nach Tessa "geschrien", ich wollte sie wieder haben oder wissen wo sie ist. Es ist jetzt über 1 Jahr her und ich vermisse sie nach wie vor schrecklich. Ich kann alle deine Empfindungen fast körperlich spüren.
Mich hat die Arbeit abgelenkt und die Zeit macht alles erträglicher, aber ich habe auch noch nichts gefunden, was es mir leichter macht. Die Zeit heilt keine Wunden! Versuche bitte etwas zu essen und schreibe einfach hier weiter. Ich bin unglaublich beeindruckt, wie man hier wahrgenommen wird und wie hilfreich das sein kann.
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Ich kenne dich nicht, aber seit ich dass hier alles gelesen habe, denke ich ständig an Dich und frag mich wie es dir wohl gerade gehen mag.
Es ist sehr berührend und sympathisch wie offen Du über Deine Trauer schreibst.
Ich schicke Dir liebe mitfühlende Grüße.
Ach ja, und Essen musst Du unbedingt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.
Zwing dich! Als mein Vater starb konnte ich auch nichts mehr essen und mir ging es dadurch immer schlechter und schlechter...
In USA ist es Brauch dass die Nachbarn ins Trauerhaus Essen bringen, das fand ich früher immer total absurd.....
Das sehe ich mittlerweile anders.
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