Zitat von *Roxy*
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das tut mir leid, dass dein hund gestern auch schon wieder gekrampft hat. wieviel luminal bekommt er denn eigentlich pro kg? und seit wann? habt ihr die dosierung schon mal im verluf gerändert .. und wenn, wieso? die dosierung von 100 mg ist eigentlich nicht die niedrigste, die läge bei knapp 30 kg bei etwa 60mg pro tag. mit 100 mg liege ich nun bei 3,3 mg/kg KG ... das ist für den anfang und bei seiner eigentlich monatlichen anfallsfrequenz erst mal o.k.
man kann phenobarbital entweder zum start sehr hoch dosieren oder einschleichen (so wie wir das gerade machen). welche variante man wählt ist abhängig von der indikation und von der schwere des falls. notwendig ist, den erfordlichen wirkstoffspiegel zu erreichen. im allgemeinen erreicht man bei konstanten gaben gleichmäßige spiegel nach etwa 14 tagen.
die möglichen beiden varianten sind
1. bei sehr hoher bekannter anfallsfrequenz und der notwendigkeit, sehr schnell den steady state (hoher gleichmäßiger phenospiegel im blut) zu erreichen, empfiehlt sich ggfs. der start mit einer hohen dosierung (oft z.B. 5 - 6 mg/kg KG). man dosiert also bereits zu beginn vorübergehend sehr hoch, um den erforderlichen wirkstoffspiegels sehr schnell zu erreichen und um möglichst schnell die anfallsreduktion zu erreichen ... danach wird die dosis nach bedarf nach unten angepasst.
nachteil dieser variante sind die zu anfang sehr stark ausgeprägten nebenwirkungen.
2. bei seltenen anfällen kann man pheno langsam aufdosieren und zur zunächst niedrigsten wirkstoffdosis hin titrieren.
nachteil: evtl. erreicht man die anfallsreduktion langsamer als gewünscht, bis man die primär erforderliche dosis erreicht
vorteil: man schleicht das medikament langsam ein und die nebenwirkungen sind bei den niedrigen dosierungen und aufgrund der möglichkeit der eingewöhnung besser mit einer möglichst hohen lebensqualität vereinbar
ich habe mich für die 2. variante trotz der schweren serie auch deswegen entschieden, da Cyrus ja schon über nacht mehrfach d.h. fraktioniert Diazepam erhalten hat. durch die mehrfache gabe kleinerer dosen diazepam potenziert sich dessen wirkung!! und zwar stärker, als hätte ich auf einmal die gleiche dosis auf einmal gegeben
es wäre m.E. schon fast fahrlässig gewesen, ihm zu dem Diazepam im Blut zusätzlich eine sehr hohe Dosis eines weiteren Sedativums, also das Phenobarbital, zu verabreichen. denn bedenke grundsätzlich: das Diazepam wirkt schnell, dann aber nur 15-30 min. Daraus darf man nicht schließen, dass es dann ganz wirkungslos ist. die wirkungsverminderung kommt daher, dass durch die umverteilung im körper reicht der blutspiegel nicht mehr aus, um im hirn die sedierende wirkung aufrecht zu erhalten. die Halbwertzeit von Diazepam beträgt 30 - 40 h!! das bedeutet, dass der Körper 50% der verabreichten Diazepammenge nach 30 - 40 h ausgeschieden oder verstoffwechselt hat. erst nach 60 - 80 h ist es dan wirklich wirkungslos.
es war mir also zu riskant Diazepam mit zuviel Pheno zu mixen, denn bekanntlich kann so ein cocktail aus diesen medikamenten im blut lebensgefährlich (atmung, herzkreislauf) sein, vor allem wenn für den patienten das pheno auch noch total ungewohnt ist.
PS: ehrlich gesagt glaube ich, dass 3/4 der TÄe, die mal schnell Luminal aufs Rezept kritzeln gar keine Ahnung haben, was wie und wieso dieses Medikament wirkt, geschweige denn, wie es am besten angewandt/ dosiert wird
, weil sie damit nur sehr wenig und keine alltägliche erfahrung haben, weil es nicht zu ihrem fachgebiet gehört . sie verschreiben das pheno dann so, wie sie es mal gehört haben und glauben es, dass es richtig ist. darum sind die dosierungen oft allgemeingültig und nicht angepasst an den individuellen bedarf. luminal ist 1. wahl ... was mehr muss man also noch so genau alles wissen?! wenn ich lese, dass manche hunde mit 10 kg als anfangsdosis einfach mal schnell 100mg erhalten ...
... was für ein glück, dass toxische wirkstoffspiegel erst spät erreicht werden. ich habe schon viele gespräche mit TÄen über antikonvulsiva und anästhetika geführt, die mir gezeigt haben, dass viele mit der pharmakologie dieser medikamente (wirkeintritt, wirkstoffspiegel, wirkdauer und Halbwertzeiten, wechselwirkungen mit anderen medikamenten, kontraindikationen, antidote ...) überhaupt gar nicht vertraut sind.

aber man soll ja nichts unversucht lassen, wenn man nicht weiter weiß.
,
... gehts jetzt wirklich nur noch aufwärts??? ... immerhin sind wir ja hier Co-Patienten
und so geht es uns heute schon viel besser, als die letzten 6 Tage. man fühlt sich so befreit.
die Epi ist so heimtückisch, kein leichter Gegner ...
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